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carta Eduard Devrient, DresdenWeimar, 17. Mai 1849

 Eduard Devrient, DresdenWeimar, 17. Mai 1849 Theuerster freund!So lange ich die Dresdener erhebung zu verfolgen vermochte, war ich von vorn herein mit voller sympathie bei ihr, die ich zwar in keiner that – aber in der gesinnung gegen manchen einzelnen – nie gegen die menge (etwa als redner!) unverholen zu erkennen gab. Ich gewahrte nichts von den fabeln der rothen republik, sondern sah mit klaren offenen augen unter dem banner der »deutschen verfassung« (von dem ich gern zugeben will, daß die masse grade nicht um seinetwillen sich todtschießen ließ!) die ganz natürliche entrüstung des bürgers und des volkes gegen einen fürsten, der fremde truppen in sein land rufe zur bezwingung der öffentlichen meinung, sowie die ganz lokal patriotische wuth darüber, daß gerade »Preußen«, an die Sachsen schon so viel verloren – jetzt den rest des landes besetzen sollten. “(Aber) hier habe ich ersehen, daß wir alle keine revolutionäre sind, und ich am wenigsten: wir wollen die revolution um schne...

Carta Hanslick “Eduard Hanslick, WienDresden, 1. Januar 1847

“Eduard Hanslick, WienDresden, 1. Januar 1847” Trecho de Nimm meine ganze Seele zum Morgengruße Wagner, Wilhelm Richard;Mischke, Joachim; Ich kann nicht den besonderen Ehrgeiz haben, durch meine Musik meine Dichtung in den Schatten zu stellen, wohl aber würde ich mich zerstücken u. eine Lüge zu Tage bringen, wenn ich durch meine Dichtung der Musik Gewalt anthun wollte. Ich kann keinen dichterischen Stoff ergreifen, der sich nicht durch die Musik erst bedingt: mein Sängerkrieg, wenn das dichterische Element darin vorwaltet, war meiner höheren Absicht nach aber auch ohne Musik nicht möglich. – Ein Kunstwerk existirt aber auch nur dadurch, daß es zur Erscheinung kommt: dies Moment ist für das Drama die Aufführung auf der Bühne, – so weit es irgend in meinen Kräften steht, will ich auch diese beherrschen, u. ich stelle meine Wirksamkeit zu diesem Zwecke den übrigen Theilen meiner Productivität fast vollständig zur Seite.Eines noch ist wohl zu erwägen: da, wo die Musik mitwirkt, drängt sich...

Rede bei der Grundsteinlegung des provisorischen Festtheaters in Bayreuth

Meine Freunde und werthen Gönner! Durch Sie bin ich heute auf einen Platz gestellt, wie ihn gewiss noch nie vor mir ein Künstler einnahm. Sie glauben meiner Verheissung, den Deutschen ein ihnen eigenes Theater zu gründen, und geben mir die Mittel, dieses Theater in deutlichem Entwurfe vor Ihnen aufzurichten. Hierzu soll für das Erste das provisorische Gebäude dienen, zu welchem wir heute den Grundstein legen. Wenn wir uns hier zur Stelle wiedersehen, soll Sie dieser Bau begrüssen, in dessen charakteristischer Eigenschaft Sie sofort die Geschichte des Gedankens lesen werden, der in ihm sich verkörpert. Sie werden eine mit dem dürftigsten Materiale ausgeführte äussere Umschalung antreffen, die Ihnen im glücklichsten Falle die flüchtig gezimmerten Festhallen zurückrufen wird, welche in deutschen Städten zu Zeiten für Sänger- und ähnliche genossenschaftliche Festzusammenkünfte hergerichtet, und alsbald nach den Festtagen wieder abgetragen wurden. Was von diesem Gebäude jedoch auf einen da...

Am die Schwester Rosalie. Würzburg, den lllSS Dezember 33. Wurzburg, 11 December 1833

 Ich muss Dir gestehen, meine einzige Rosalie, dass Dein Brief einen unendlichen Eindruck auf mich gemacht hat, da er in einer Zeit kam, in der der einzige Grund meines Schweigens gegen Euch nur der war, dass ich vor einem gewissen Schamgefühl nicht wusste, wie ich vor Euch treten sollte. Ich musste beinah vermuthen, dass es Euch nach den Opfern, die Ihr mir gebracht hattet, äusserst unangenehm sei, den Zweck derselben nicht erreicht zu sehen, und Ihr mir vielleicht gar Qber die Art und Weise zürntet, mit der ich Huch Nachricht über jene fehlgeschlagene Erwartung gab. Ach, ich war gewissermassen so niedergedrückt, wenn ich Eurer gedachte, wenn ich zu fühlen glaubte, wie Ihr Euch den Zweck meines Aufenthaltes dahier vorstelltet, über dessen Erfolg Ihr doch noch so gar keine Ahnung haben konntet. Ich kann Dir gar nicht beschreiben, wie sehr mich dergleichen beängstigende Vorstellungen quälten, je grösser ihr Kontrast war mit den Gefühlen, mit denen mich meine täglichen Arbeiten an me...

Entwurf zur Organisation eines deutschen National-Theaters für das Königreich Sachsen. 1849

Die Mittheilung der vorliegenden, ziemlich umfangreichen Arbeit dürfte manchen meiner Leser belästigen, denn, will er mir überall hin folgen, so hat er dießmal mit mir sich auf ein ziemlich trockenes Feld zu verlieren, auf welchem es bis zur Berechnung in Zahlen kommt. Vielleicht rührt es ihn aber, mich selbst zu der Nöthigung auf solchem Gebiete mir ein Heil für meine Kunst aufzusuchen, gedrängt zu sehen, und scheuet die Mühe anzuerkennen, welche ich mir vor Zeiten bereits gab, um dieser Kunst einen würdigen Boden im Staate selbst zu verschaffen. Gewiß dürfte vor Allem Viele es angehen, einige Kenntniß von der Veranlassung zu dieser Arbeit und namentlich von dem Schicksale derselben zu gewinnen. Es war in der Zeit vom Jahre 1848 zu 1849, wo Alles auf Reform gerichtet zu sein schien, als ich meine Gedanken darüber ausbildete, wie auch das Theater und die Musik durch jenen Geist gehoben werden könnten. Diese Gedanken zu einem vollständigen Reorganisations-Entwurfe im Betreff des Dresde...