Carta Theodor Apel Frankfurt, den 21. Aug. 1835.
Mein Theodor, Zwar stehe ich selbst im Begriff nach Leipzig zu kommen, u. Dich zu sehen u. zu sprechen, doch weiß 25 ich für heute nicht anders den unaufhörlich sich drängenden Schmerzens- u. Angst-Gefühlen zu wehren, — ich muß Dir heute, — jetzt in dieser Stunde schreiben. Die Thränen stürzen mir aus den Augen, wie damals in meiner Knabenzeit, wenn ich gegen Jemand, den ich liebte, gesfindigt hatte, u. ihn um Vergebang bitten sollte. — Mein Theodor, wohin bin ich gekommen? Wohin ist jener freie schöne Lebensmuth, in dem wir uns gegenseitig anfeuerten? Wohin ist jene Zukunft, auf die wir stolz im Gefühle des Sieges hinstrebten? — Vielleicht hast Du Dir Alles erhalten, — ja wol nur noch schöner ausgebildet; — ich weiß es nicht, — weil wir überhaupt ein halbes Jahr nichts mehr von uns wissen, — aber, ich vermuthe — ich hoffe — ich wünsche es; — Du hast einen bessern Freund gefunden, — einen Freund, den Du mehr achten, — mehr schätzen kannst, — der Dir mehr sein muß, als Dein alter R...