Ein ungedruckter Brief von Richard Wagner . Von Wilhelm
Der Klavier - Lehrer . N. 19. Berlin , I. Oktober 1889 . P.220-221, N.20. 15. Oktober 1889 . Seit dem Tode des Bayreuther Meisters wird ein schwunghafter Handel mit seinen Autographen getrieben. Leute, die ehedem behaupteten, man solle die Partituren des unbequemen Neuerers sämmtlich mit etwaiger Ausnahme von Tannhäuser und Lohengrin — vernichten, zahlen jetzt hohe Preise für jedes von seiner Hand beschriebene Blatt. Skizzen und Entwürfe, Brouillons und zahllose Briefe werden hervorgesucht und auf den Markt gebracht. Das starke Angebot hat die Preise im letzten Jahre ein wenig herunter gedrückt, doch finden sich immer noch Liebhaber genug, die ihre Sammlungen gern mit einem Wagner'schen „Stücke“ bereichern. Die Mode will’s! Vor einigen Monaten tauchte in Berlin ein eigenhändiges Schriftstück von Wagner auf, dessen Inhalt ein ungewöhnliches Interesse beanspruchen darf. Es ist der Entwurf zu einem Briefe an den Leipziger Sänger Franz Hauser; derselbe st...