carta Joseph Wagner 3/12/1842
(Dresden, 3. December 1842.) Bester Bruder, je weniger ich meines langen Schweigens wegen zu entschuldigen bin, desto mehr muss ich Dich bitten, gegen mich Nachsicht zu üben, da wir sonst unmöglich ins Reine kommen könnten. Der Vorwurf des Hochmuthes, meintest Du ihn ernstlich, würde mich nur treffen können, wenn ich plötzlich wahnsinnig geworden wäre: hätte ich Anlage zum Hochmuth, so hätte ich ebenso gut vor meinem Dresdner Erfolge hochmüthig sein müssen, als nach demselben, da ich mir einbilde vorher ganz eben derselbe gewesen zu sein als nachher: was dazwischen liegt, ist das Glück, — auf ein Glück kann ich mir aber nichts zu gut thun. — Dummes Zeug! Könntest Du einen Blick in mein jetziges und letztverflossenes Leben werfen, so würdest Du schnell begreifen, wie es kommen konnte, dass ich eine so lange Zeit über nicht dazu gelangte, Dir einen ausführlichen Brief — denn nur einen solchen solltest Du erhalten — zu schreiben. Von der Zerstreutheit, in die ich durch fortwährende A...