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carta 59. Venedig 19. Jan. 59 Richard Wagner an Mathilde Wesendonk

Dank für das schöne Märchen, Freundin! Es wäre wohl erklärlich, wie Alles, was von Ihnen kommt, mir immer wie mit symbolischer Bedeutsamkeit eintritt. Grade gestern, zu der Stunde, in dem Augenblick, kam Ihr Gruss wie eine durch Zauber erzwungene Nothwendigkeit. Ich sass am Flügel; die alte goldene Feder spann ihr  letztes Gewebe über den zweiten Act des Tristan, und zeichnete eben mit zögerndem Verweilen die fliehenden Wonnen des ersten Wiedersehens meines liebenden Paares. Wenn ich, wie es eben beim Instrumentiren geschieht, mit letzter Beruhigung mich dem Genuss meiner eigenen Schöpfung hingebe, versinke ich zugleich oft in eine Unendlichkeit von Gedanken, die mir unwillkürlich die durchaus eigenthümliche, und der Welt ewig unverständliche Natur des Dichters, des Künstlers darstellen. Das Wunderbare, und der gewöhnlichen Lebensanschauung ganz Entgegengesetzte, erkenne ich dann recht deutlich darin, dass, während jene sich immer nur an der Handhabe der Erfahrung hinzieht und zusa...

Carta Theodor Apel Frankfurt, den 21. Aug. 1835.

 Mein Theodor, Zwar stehe ich selbst im Begriff nach Leipzig zu kommen, u. Dich zu sehen u. zu sprechen, doch weiß 25 ich für heute nicht anders den unaufhörlich sich drängenden Schmerzens- u. Angst-Gefühlen zu wehren, — ich muß Dir heute, — jetzt in dieser Stunde schreiben. Die Thränen stürzen mir aus den Augen, wie damals in meiner Knabenzeit, wenn ich gegen Jemand, den ich liebte, gesfindigt hatte, u. ihn um Vergebang bitten sollte. — Mein Theodor, wohin bin ich gekommen? Wohin ist jener freie schöne Lebensmuth, in dem wir uns gegenseitig anfeuerten? Wohin ist jene Zukunft, auf die wir stolz im Gefühle des Sieges hinstrebten? — Vielleicht hast Du Dir Alles erhalten, — ja wol nur noch schöner ausgebildet; — ich weiß es nicht, — weil wir überhaupt ein halbes Jahr nichts mehr von uns wissen, — aber, ich vermuthe — ich hoffe — ich wünsche es; — Du hast einen bessern Freund gefunden, — einen Freund, den Du mehr achten, — mehr schätzen kannst, — der Dir mehr sein muß, als Dein alter R...

Tannhäuser“ in Paris], in: Hamburger Nachrichten, 29. März 1861 (Nr. 76), S. [1(e–f)] (Rubrik Kleine Mittheilungen, „Noch einmal ‚Tannhäuser‘ in Paris [...]“).

  „Tannhäuser“ in Paris ], in:   Hamburger Nachrichten , 29. März 1861 (Nr. 76), S. [1(e–f)] (Rubrik   Kleine Mittheilungen , „Noch einmal ‚Tannhäuser‘ in Paris [...]“). | [Bericht über die Aufführung des „Tannhäuser“ in Paris] Noch einmal „Tannhäuser“ in Paris und damit basta! Die nachstehenden Zeilen dürfen sich für Aufschlüsse aus bester Quelle ausgeben. Richard Wagner hatte also in Folge kaiserlichen Befehls, daß sein Werk in der pariser großen Oper zur Aufführung gelange, über alle Mittel dazu zu verfügen. Namentlich wurden auch die künstlerischen Engagements nach seiner Auswahl getroffen und es schien ihm somit eine Aufführung zu ermöglichen, welche das Werk zur vollständigsten Anschauung brächte. Aber schon die Fortsetzung der Proben schwächte die Zuversicht des Componisten ab. Herr Niemann begann während der Vorbereitungen zaghaft zu werden. Der fehlerhafte Ansatz seiner hohen Töne trat im französischen Gesange empfindlich hervor und war nicht wegzuräumen, da dem ...

Anúncio Teatral. [*“Norma”, de Vincenzo Bellini, em 23 de dezembro de 1837, em Riga], [Riga: 1837].

 Wagner, Rich.: Theater-Anzeige. [*„Norma“ von Vincenzo Bellini am 23. Dezember 1837 in Riga], [Riga: 1837]. | Theater-Anzeige. [„Norma“ von Vincenzo Bellini am 23. Dezember 1837 (Greg. Kal.) in Riga] Sonnabend, den 11. December 1837, wird zum Vortheile des Unterzeichneten zum Erstenmale aufgeführt: Norma, große romantische Oper in 2 Akten, von Bellini. Der Unterzeichnete glaubt seine Verehrung für das kunstliebende Publikum dieser Stadt nicht besser bethätigen zu können, als eben durch die Wahl dieser Oper, zu seinem Benefiz, welches ihm zunächst für seine Bemühungen um die Förderung und künftige Ausbildung jugendlich-musikalischer Talente der hiesigen Bühne bewilligt worden ist. Norma ist von allen Schöpfungen Bellini’s diejenige, welche neben der reichsten Melodieen-Fülle die innerste Gluth mit tiefer Wahrheit vereint, und selbst die entschiedensten Gegner neuitalienischer Musik haben dieser Komposition die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß sie zum Herzen sprechend, ein inne...

THE WORK AND MISSION OF MY LIFE. 1879

 O pedido que me chega da América, para que eu me dirija pessoalmente aos leitores de uma conhecida revista de Nova Iorque sobre minhas opiniões e métodos artísticos, é algo que certamente me comove profundamente. Aqui, em meu próprio país, há muito tempo considero melhor abster-me de publicar minhas ideias, experiências e planos para qualquer público em geral. Tudo o que uma vida de sessenta anos me mostrou ou me ensinou sobre o mundo – e especialmente sobre a arte que foi produzida ou reproduzida nele – registrei em escritos ocasionais ao longo de metade desse período. Mais tarde, em uma época importante da minha vida, reuni tudo isso em uma edição de nove volumes de "obras completas". Este livro ofereci ao povo alemão como o resultado completo da minha experiência como artista e como alemão. Embora meu colega tivesse começado a sentir um interesse crescente e ativo pela minha arte, ele havia sido mantido na ignorância — e, de fato, envolvido nas concepções errôneas mais de...

[Eine Mittheilung an meine Freunde. (Verworfener Schluss)]

 [Eine Mittheilung an meine Freunde. (Verworfener Schluss)] In der that, mit einem jubel meiner ganzen seele, wie ich mich dessen nicht mehr fähig glaubte, nahm ich nun den zuruf auf: ich entwarf und vollendete in fliegender schnelle eine neue dichtung, die ich nun eben so auszuführen entschlossen bin. Ich schreibe dieses werk für meinen freund Liszt, für die liebenswürdigen künstler, die mir so eifrig ergeben sind, und für die freunde, die ich mir durch meine kunst unter den menschen jedes standes erworben habe: dieß alles aber fasse ich in den lokalen begriff: Weimar zusammen. Dieß genügt mir vollkommen, ja es ist einzig das, was ich mir nicht nur unter den gegenwärtigen umständen, sondern überhaupt wünschen kann, und jeder wird mich hierin begreifen, der mich in dem verstand, was ich über meine abneigung gegen das monumentale, überall und jederzeit gültig sein sollende, sagte. Vor allen meinen freunden reiche ich aber Liszt die hand, und rufe ihm zu: Du bist der schöpfer des wer...