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Am die Schwester Rosalie. Würzburg, den lllSS Dezember 33. Wurzburg, 11 December 1833

 Ich muss Dir gestehen, meine einzige Rosalie, dass Dein Brief einen unendlichen Eindruck auf mich gemacht hat, da er in einer Zeit kam, in der der einzige Grund meines Schweigens gegen Euch nur der war, dass ich vor einem gewissen Schamgefühl nicht wusste, wie ich vor Euch treten sollte. Ich musste beinah vermuthen, dass es Euch nach den Opfern, die Ihr mir gebracht hattet, äusserst unangenehm sei, den Zweck derselben nicht erreicht zu sehen, und Ihr mir vielleicht gar Qber die Art und Weise zürntet, mit der ich Huch Nachricht über jene fehlgeschlagene Erwartung gab. Ach, ich war gewissermassen so niedergedrückt, wenn ich Eurer gedachte, wenn ich zu fühlen glaubte, wie Ihr Euch den Zweck meines Aufenthaltes dahier vorstelltet, über dessen Erfolg Ihr doch noch so gar keine Ahnung haben konntet. Ich kann Dir gar nicht beschreiben, wie sehr mich dergleichen beängstigende Vorstellungen quälten, je grösser ihr Kontrast war mit den Gefühlen, mit denen mich meine täglichen Arbeiten an me...

Entwurf zur Organisation eines deutschen National-Theaters für das Königreich Sachsen. 1849

Die Mittheilung der vorliegenden, ziemlich umfangreichen Arbeit dürfte manchen meiner Leser belästigen, denn, will er mir überall hin folgen, so hat er dießmal mit mir sich auf ein ziemlich trockenes Feld zu verlieren, auf welchem es bis zur Berechnung in Zahlen kommt. Vielleicht rührt es ihn aber, mich selbst zu der Nöthigung auf solchem Gebiete mir ein Heil für meine Kunst aufzusuchen, gedrängt zu sehen, und scheuet die Mühe anzuerkennen, welche ich mir vor Zeiten bereits gab, um dieser Kunst einen würdigen Boden im Staate selbst zu verschaffen. Gewiß dürfte vor Allem Viele es angehen, einige Kenntniß von der Veranlassung zu dieser Arbeit und namentlich von dem Schicksale derselben zu gewinnen. Es war in der Zeit vom Jahre 1848 zu 1849, wo Alles auf Reform gerichtet zu sein schien, als ich meine Gedanken darüber ausbildete, wie auch das Theater und die Musik durch jenen Geist gehoben werden könnten. Diese Gedanken zu einem vollständigen Reorganisations-Entwurfe im Betreff des Dresde...

Ein ungedruckter Brief von Richard Wagner . Von Wilhelm

Der Klavier - Lehrer .  N. 19. Berlin , I. Oktober 1889 .  P.220-221,   N.20.  15. Oktober 1889 .  Seit dem Tode des Bayreuther Meisters wird ein schwunghafter Handel mit seinen Autographen getrieben. Leute, die ehedem behaupteten, man solle die Partituren des unbequemen Neuerers sämmtlich mit etwaiger Ausnahme von Tannhäuser und Lohengrin — vernichten, zahlen jetzt hohe Preise für jedes von seiner Hand beschriebene Blatt. Skizzen und Entwürfe, Brouillons und zahllose Briefe werden hervorgesucht und auf den Markt gebracht. Das starke Angebot hat die Preise im letzten Jahre ein wenig herunter gedrückt, doch finden sich immer noch Liebhaber genug, die ihre Sammlungen gern mit einem Wagner'schen „Stücke“ bereichern. Die Mode will’s! Vor einigen Monaten tauchte in Berlin ein eigenhändiges Schriftstück von Wagner auf, dessen Inhalt ein ungewöhnliches Interesse beanspruchen darf. Es ist der Entwurf zu einem Briefe an den Leipziger Sänger Franz Hauser; derselbe st...