Carta a Franz Liszt, 8. Juni 1849.
An Franz Liszt, Weimar. Reuil, 18. Juni 1849. Liebster Freund! Bald ist es vier Wochen her, daß ich meine Frau verließ, und noch habe ich nicht die mindeste Nachricht von ihr erhalten: meine Pein und Niedergeschlagenheit ist groß! - Ich muß einen neuen häuslichen Herd gewinnen, sonst ist es aus mit mir: mein Herz ist größer als mein Verstand. Mit Belloni bin ich genau zu Rate gegangen und bin mit ihm zu folgender Ansicht und dem daraus sich ergebenden Entschluß gelangt: In Paris bin ich jest ganz unnük: meine Sache ist eine Oper für Paris zu schreiben, zu allem anderen bin ich untauglich. Dieser Zweck läßt sich nicht im Sturm erreichen; im glücklichen Falle habe ich in einem halben Jahre die Dichtung, in einem und einem halben Jahre die Ausführung. In Paris und ohne Häuslichkeit - ich will sagen: Herzens-ruhe kann ich nichts arbeiten: ich muß einen neuen Punkt gewinnen, wo ich daheim bin und mir vornehmen kann, daheim zu bleiben. Als solchen Punkt habe ich mir Zürich erlesen: meiner Fr...