Postagens

Prefácio segunda edição de Ópera e Drama . 1869.

Wagner, Richard: Oper und Drama, Leipzig: Verlagsbuchhandlung von J. J. Weber, 21869, hier: Vorwort zur zweiten Auflage S. VII–XI. |[Oper und Drama. Vorwort zur zweiten Auflage] Herrn Constantin Frantz freundschaftlichst gewidmet.||Vorwort zur zweiten Auflage. ━━━━━━━━An Constantin Frantz. Um dieselbe Zeit des vergangenen Jahres, als ein Brief von Ihnen in so erfreulicher Weise Ihren von der Lectüre dieses meines Buches empfangenen Eindruck mir mittheilte, erfuhr ich, daß die erste Auflage desselben bereits seit einiger Zeit vergriffen sei. Da mir noch nicht lange vorher ein ziemlich starker Vorrath von Exemplaren davon gemeldet worden war, frug ich mich verwundert nach den Gründen des in den letzten Jahren offenbar eingetretenen größeren Interesses an einer schriftstellerischen Arbeit, welche ihrer Natur nach eigentlich für gar kein Publicum bestimmt sein konnte. Meine bis dahin gemachten Erfahrungen hierüber hatten mir gezeigt daß von Musikrecensenten in den Zeitungen der erste, ein...

Wilhelm Baumgartners Lieder.1852

R. W. [Wagner, Richard]: Wilhelm Baumgartners Lieder , in: Eidgenössische Zeitung , 7. Febr. 1852 (Nr. 38, Morgenausgabe), S. 150[b]–151[a]. Wilhelm Baumgartner (1820-1867) Wilhelm Baumgartners Lieder. Die Stellung der heutigen Lyrik zum modernen Leben ist eine so künstliche und vielfach vermittelte, daß oft schwer anzugeben ist, worin ihr Eindruck auf unsre Empfindung eigentlich bestehe. Am schwierigsten wird dieß bei den in unsre Kunstmusik übersetzten Gedichten unsrer Literaturlyrik fallen: Gedichte, die fast kaum nur für den lautgesprochenen Vortrag, sondern meist bloß für die stumme Lektüre bestimmt sind, werden in einer Weise in Musik gesetzt, daß sie bei endlich gesungener Ausführung dem eigenen Dichter nothwendig als etwas Wildfremdes vorkommen müssen. Bei einem Gedichte, welches als Literaturgedicht bereits vollkommen der Absicht des Dichters genügte, und somit eine musikalische Ausführung gar nicht aus sich bedang, kann die musikalische Komposition natürlich auch bloß wieder...

Über das Dichten und Komponiren (1879)

In Bayreuther Blatter 2 (1879): 185-96; GSD 10.137-151; PW 6.131-47. Über das Dichten und Komponiren (1879) Vielleicht auch "über Buchhandel und Musikhandel? “ — Doch dürfte dieß wohl Vielen als zu äußerlich ausgefaßt erscheinen. Wiewohl der selige Gutzkow uns das böse Geheimniß bereits aufgedeckt hat, daß Goethe's und Schiller's ungemessene Popularität sich nur der energischen Spekulation ihres Buchhändlers verdanke. Sollte diese Erklärung sich nicht als durchaus zutreffend bewähren, so läßt sich aus der Ausstellung einer solchen Behauptung doch zum Wenigsten ersehen, daß unsere Dichter ähnliche Erfolge durch geschicktes Verfahren ihrer Buchhändler für möglich halten. Ein großes Anlage-Kapital des Verlegers schiene demnach dazu erforderlich zu sein, um den „deutschen Dichterwald“ gehörig zu bepflanzen; somit dürfte es uns nicht Wunder nehmen, wenn der Buchhändler bei der Hervorbringung von Dichterwerken, namentlich wenn diese für die Berühmtheit bestim...

Scenen aus Richard Wagners „Rheingold. Sa, 23. Oktober 1869. Illustrirte Zeitung

Scenen aus Richard Wagners „Rheingold“, Vorſpiel zu dem Bühnenfeſtſpiel „Der Ring des Nibelungen“. Originalzeichnung von Theodor Pixis. Scenen aus Richard Wagners „Rheingold“, Vorſpiel zu dem Bühnenfeſtſpiel „Der Ring des Nibelungen“. Originalzeichnung von Theodor Pixis. p.335. Matéria é na página 331. Heinrich Porges (1837-1900)  mestre de coro e crítico musical.  Richard Wagner's „Rheingold“. Mit der ersten Aufführung des „Rheingold“, welche am 22. v. M. in München stattgefunden, wurde der Anfang gemacht, R. Wagner's Bühnenspiel „Der Ring des Nibelungen“ in die künstlerische Oeffentlichkeit einzuführen. Das „Rheingold“ ist jenes Werk, welches Wagner unmittelbar nach dem „Lohengrin“ auch musikalisch vollkommen ausgeführt hat. Es bildet somit den Ausgangspunkt der zweiten Epoche seines Schaffens, welche äußerlich von der ersten auch durch seine ebenso umfassende, wie tiefdringende Thätigkeit auf kunstwissenschaftlichem Gebiete geschieden erscheint. Wenn wir mit wenigen Worte...

Carta Barão Von Biedenfeld. 17/01/1849.

Fonte : Richard Wagners gesammelte Briefe.  Julius Kapp e Emerich Kastner (orgs.).  Leipzig: Hesse & Becker , p. 294-296, 1914. Samtlichc Briefe, vol. 2. p. 636ff. An Freiherrn von Biedenfeld, Weimar. Dresden, 17. Januar 1849. Hochgeehrter Herr! Mit größter Dankbarkeit erkenne ich Ihr freundliches Anerbieten an und bedaure nur, wenn es mir nicht möglich sein sollte, Ihnen die gewünschte Unterstüßung dazu geben zu können. Die Arbeit selbst, um die es sich hierbei handelt, ist mir be-reits entfremdet, und ich besinne mich nur, daß mir an ihr mein künstlerisches Verfahren erst zum eigentlichen Bewußt-sein gekommen ist. Von jeher sträubte ich mich dagegen, den unermeßlichen Apparat von Handlung, Situation und Historie, unterstüßt durch die lebhafte Zutat aller irgend vorhandenen 1849. Künste, als Malerei, Plastik, Gymnastik usw., lediglich dazu aufgewandt zu sehen, dem Publikum so und so viel schmeichelnde Melodien in das Gedächtnis zu prägen; ich überzeugte mich, daß d...