carta wagner Hans von Bullow 7 de outubro de 1859)

 Liszts Einfluß auf Wagner als Harmoniker.


So gibt es vieles was wir unter uns gern tuns zugestehen, z. B. daß ich seit meiner Bekanntschaft mit Liszts Kompositionen ein ganz anderer Kerl als Harmoniker geworden bin, als ich vorden war, wenn aber Freund Pohl dieses Geheimnis sogleich à la tête einer kurzen Besprechung des Vorspieles von Tristan« vor aller Welt ausplaudert, so ist dies einfach mindestens indiskret, und ich kann doch nicht annehmen, daß er zu solcher Indiskretion autorisiert war?

So gibt es vieles, was wir unter uns gern uns zugestehen, z. B., daß ich seit meiner Bekanntschaft mit Liszts Kompositionen ein ganz anderer Kerl als Harmoniker geworden bin, als ich vordem war; wenn aber Freund Pohl dieses Geheimnis sogleich à la tête einer kurzen Besprechung des Vorspieles von »Tristan« vor aller Welt ausplaudert, so ist dies einfach mindestens indiskret, und ich kann doch nicht annehmen, daß er zu solcher Indiskretion autorisiert war?"

So gibt es vieles, was wir unter uns gern zugestehen, z. B. dass ich seit meiner Bekanntschaft mit Liszts Kompositionen ein ganz anderer Kerl als Harmoniker geworden bin, als ich vordem war“) und ließen ihn „Liszts Werk wie einen Steinbruch brauchbarer Motive plündern“ (siehe z. B. Tristan, Parsifal, Tannhäuser), sondern nehmen in manchen seiner Kompositionen bereits die Klangwelt des Impressionismus voraus. „Ich gönne dir, lieber Franz, diese Musik nicht. Sie ist uns so weit voraus, dass niemand in dieser Zeit sie begreifen wird. Aber ich habe sie begrien. Ich sage dir, dass sie alle Musik künftig beeinussen wird. (…) Ich bin ärgerlich, dass Du dieses komponiert hast: Du gehst über all das hinaus, was in mir ist…!“ (R. Wagne

V.

https://dieterdavidscholz.de/vortrage-essays-portrats/wagner-und-liszt.html

"Liszt und Wagner. Europäische Musiker"


Arnold, Ben. “Wagner and Liszt: Borrowings, Thefts, and Assimilations Before 1860.” Journal of the American Liszt Society 30 (1991): 3–20.

Dahlhaus, Carl. “Liszt, Schönberg und die große Form. Das Prinzip der Mehrsätzigkeit in der Einsätzigkeit.” Die Musikforschung 41 (1988): 202–213.


Hier ist derjenige, welcher mir zuerst diesen Glauben entgegen getragen, als noch keiner etwas von mir wusste, und ohne den Sie heute vielleicht keine Note gehört haben würden!"


So gibt es vieles, was wir unter uns gern uns zugestehen, z. B. daß ich seit meiner Bekanntschaft mit Liszts Kompositionen ein ganz anderer Kerl als Harmoniker geworden bin als ich vordem war... Liszt kann mir z. B. wohl mit Tinte auf das Widmungsblatt des Dante schreiben, daß er mir vieles zu verdanken zu haben glaube; ich nehme das als einen Exzeß der Freundschaft auf. Töricht von mir aber würde es doch sein, wollte ich darauf bestehen, daß so etwas wirklich gedruckt für alle Welt der Widmung beigefügt sei. Es würde mich dies geradewegs zum öffentlichen Protest veranlaßt haben.


hatte an D ow ge

seit meiner Bekanntschaft mit Liszts Kompositionen ein ganz anderer Kerl

..So gibt es vieles, was wir unter uns gern zugestehen, z. B. daß ich als Harmoniker geworden bin, als ich vordem war. Wenn aber Freund Pohl dieses Geheimnis sogleich à la tête einer kurzen Besprechung des Vorspiels von „Tristan" vor aller Welt ausplaudert, so ist dies einfach mindestens indiskret, und ich kann doch nicht annehmen, daß er zu solcher Indiskretion autorisiert war? Herrn Pohl möchte daher von uns beiden etwas mehr Diskretion zu empfehlen sein, denn ich glaube, er kompromittiert Liszt, wenngleich er auch die Fürstin befriedigen sollte doch muß ich Dir im Vertrauen klagen, daß ich jetzt gar keinen rechten Stil mehr finde, Liszt zu schreiben. Ich quäle mich seit Wochen mit dem Vorhaben eines Briefes an ihn. Wohl könnte ich es mir leichter machen, denn nie erhalte ich eigentlich einen Brief von Liszt, sondern höchstens nur Antworten auf meine Briefe und diese jedesmal von ein- bis zweimal kürzer als meine Briefe. Es drängt ihn somit nichts zu mir. Rede ich ihn an, so ist er der vortrefflichste Freund, den man sich denken kann, aber er redet mich nicht an. ich's nun, ihm immer wieder Anreden zu adressieren? Liszts generöse Natur beim letzten Konflikt jedesmal siegt; Woher nehme ich weiß, daß seine im Dante eingeschriebenen Zeilen bezeugten mir eine schöne Aufwallung, ein nobles Schamgefühl über seine vorangehende Schwäche, in der er vermutlich In-sinuationen zu einem laueren Benehmen gegen mich gewichen war. Somit wird Liszt mir stets eine erhabene, tief sympathische, hoch bewunderte und geliebte Erscheinung bleiben; aber an wohltuende Pflege unserer Freundschaft wird nicht viel mehr zu denken sein. Er ist mir in der Vernachlässigung dieser Pflege augenfällig vorangegangen; ich kann jetzt nichts anderes mehr, als ihm folgen, ich hätte ihm fortan zuviel zu verschweigen und damit ist keine Freundschaftspflege möglich. Ich finde jetzt keine Worte mehr zu ihm. Phrasen aber mag ich ihm nicht schreiben, dazu ist er mir zu lieb. Was zu seinem Nachteile ihn beherrscht, möge er es dadurch erkennen, daß ihm klar wird, was er dadurch notwendig verliert."

...Há muitas coisas que admitimos prontamente entre nós, por exemplo, que me tornei um harmonista melhor do que antes. Mas quando meu amigo Pohl revela esse segredo para o mundo inteiro imediatamente após uma breve discussão sobre o prelúdio de "Tristão e Isolda", é simplesmente indiscreto, para dizer o mínimo, e não posso presumir que ele estivesse autorizado a tal indiscrição. Portanto, aconselhamos o Sr. Pohl a ser um pouco mais discreto, pois acredito que ele está comprometendo Liszt, embora também devesse agradar à Princesa. No entanto, devo confidenciar-lhe que não consigo mais encontrar o estilo certo para escrever a Liszt. Venho lutando há semanas com a ideia de escrever-lhe uma carta. Certamente, eu poderia facilitar as coisas para mim, pois nunca recebo uma carta de Liszt, mas, no máximo, respostas às minhas cartas, e estas são sempre uma ou duas vezes mais curtas do que as minhas. Assim, nada o obriga a escrever-me. Se eu me dirigir a ele, ele será o melhor amigo que se possa imaginar, mas ele não se dirige a mim. Devo então continuar a me dirigir a ele? A generosidade de Liszt sempre prevalece no conflito final. Como sei que seus versos inscritos em Dante testemunharam para mim uma bela onda de emoção, um nobre senso de vergonha por sua fraqueza anterior, na qual ele presumivelmente cedeu a insinuações que o levaram a uma postura morna em relação a mim? Assim, Liszt sempre permanecerá para mim uma figura sublime, profundamente compreensiva, altamente admirada e amada; mas haverá pouco mais a se pensar em termos de cultivar nossa amizade. Ele me precedeu visivelmente na negligência disso; agora não posso fazer nada além de segui-lo, pois a partir de agora teria muito a esconder dele, e assim nenhum cultivo de amizade é possível. Não encontro mais as palavras para falar com ele. Mas não posso escrever-lhe banalidades; ele é querido demais para mim. Que ele reconheça o que o controla e o prejudica, percebendo o que necessariamente perde como consequência.




om gestohlenen Tristan-Akkord

p/ 452 


Es war also doch nicht immer geheuchelt, wenn er Liszt - wie in dem zitierten Brief - für künstlerische Anregungen dankte. Allerdings bezog sich dies nicht auf melodische, lineare Motive. In seinem Brief vom 7. Oktober 1859 an Hans von Bülow sprach Wagner es aus: Seit seiner Bekanntschaft mit Liszt sei er als Harmoniker ein ganz anderer Kerl geworden, als er vordem war ... 51 Als Harmoniker ...
Dem beispiellos virtuosen Pianisten Liszt mußten technische und auch harmonische Innovationen geradezu spielerisch und zwangsläufig unter die Finger und aufs Notenpapier geraten. Es waren zweifellos solche harmonischen Erfindungen und Einfälle, die Wagner faszinierten und anregten. Auch das zitierte Motiv in der Wandererszene, in dem Wagner den Gott gleichsam durch die Tonarten wandern läßt, ist von einem harmonischen Einfall Wagners bestimmt.
Wagners Bekenntnis in seinem Brief an Bülow zielt offensichtlich konkret auf den Orpheus. Aber so viele Anregungen Wagner von Liszt auch empfangen haben mag - man darf sie nicht überschätzen. Entscheidende Innovationen muß man auch Wagners eigenem Ingenium zuerkennen - auch auf dem Gebiet des Harmonischen.
Wenn er im zitierten Brief an Bülow rügt, daß Richard Pohl das „Geheimnis" vom Einfluß Liszts auf seine eigene Harmonik in einer Besprechung des Tristan-Vorspiels ausgeplaudert habe, so ist Wagner deshalb verärgert, weil der Rezensent ein intimes und übertriebenes Kompliment als bare Münze verbreitet und damit in der Öffentlichkeit einen falschen Eindruck erweckt hatte.


Portanto, não era sempre hipócrita quando ele agradecia a Liszt — como na carta citada — pela inspiração artística. No entanto, isso não se referia a motivos melódicos e lineares. Em sua carta de 7 de outubro de 1859 para Hans von Bülow, Wagner expressou isso: "Desde que conheci Liszt, tornei-me um harmonista completamente diferente do que fora antes… 51 Como harmonista… 




Para o virtuosismo incomparável do pianista Liszt, as inovações técnicas e harmônicas devem ter surgido quase sem esforço e inevitavelmente em seus dedos e na partitura. Foram, sem dúvida, essas invenções e ideias harmônicas que fascinaram e inspiraram Wagner. Até mesmo o motivo citado na cena do Andarilho, em que Wagner faz o deus vagar, por assim dizer, pelas teclas, é determinado por uma ideia harmônica de Wagner.
A confissão de Wagner em sua carta a Bülow refere-se claramente a Orfeu. Por mais sugestões que Wagner possa ter recebido de Liszt, elas não devem ser superestimadas. As inovações decisivas também devem ser atribuídas à própria engenhosidade de Wagner — inclusive no campo da harmonia.

Quando, na carta citada a Bülow, ele critica Richard Pohl por ter revelado o "segredo" da influência de Liszt em sua própria harmonia em uma resenha do Prelúdio de Tristão, Wagner se irrita porque o crítico havia interpretado um elogio íntimo e exagerado como verdadeiro, criando assim uma falsa impressão aos olhos do público.

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