Relatório final sobre as circunstâncias e os acontecimentos que acompanharam a apresentação do festival teatral "O Anel do Nibelungo" até a fundação das sociedades wagnerianas (1873)

 Bayreuth.


Ich fasse unter der voranstehenden Überschrift all das mich mitteilungswert Dünkende zusammen, was auf den endlich seiner Verwirklichung sich nähernden Plan einer, unter ausnahmsweisen Umständen zu bewerk-stelligenden, szenischen Ausführung meines Bühnenfestspieles „der Ring des Nibelungen" einen entscheidenden Bezug hat, und beginne demgemäß mit dem nachfolgenden Schlußberichte über die Schicksale meines Werkes und des mit ihm zusammenhängenden Planes, um hier noch-mals die Aufmerksamkeit meiner Leser auf die Beachtung des Charakters, welchen ich meiner Unternehmung beigemessen zu sehen wünsche, hinzulenken.

Sob o título anterior, resumo tudo o que considero digno de comunicação e que tenha uma ligação decisiva com o plano, finalmente próximo de sua concretização, de uma apresentação cênica da minha peça de festival "O Anel do Nibelungo", a ser realizada em circunstâncias excepcionais, e, portanto, inicio com o seguinte relatório conclusivo sobre o destino da minha obra e o plano a ela associado, a fim de mais uma vez chamar a atenção dos meus leitores para o caráter que desejo que seja atribuído ao meu empreendimento.


Schlußbericht über die Umstände und Schicksale, welche die Ausführung des Bühnenfestspieles „der Ring des Nibelungen" bis zur Gründung von Wagner-Vereinen begleiteten (1873)

Relatório final sobre as circunstâncias e os acontecimentos que acompanharam a apresentação do festival teatral "O Anel do Nibelungo" até a fundação das sociedades wagnerianas (1873)


Aus den Schlußworten der Vorrede zur Herausgabe meines Bühnenfestspieles, wie ich sie am Ende des sechsten Bandes meiner Schriften und Dichtungen von neuem mitteilte, erkannte der geneigte Leser zur Genüge die hoffnungslose Stimmung, welche es mir endlich eingab, so, wie ich die Dichtung als Literaturprodukt preisgegeben hatte, nun auch in betreff der Verwendung der fertigen Teile meiner musikalischen Komposition nicht sonderlich schonungsvoller mehr zu verfahren.

A partir das palavras finais do prefácio à publicação da minha peça teatral, tal como as republico no final do sexto volume dos meus escritos e poemas, o leitor atento poderá facilmente reconhecer o estado de espírito desesperançoso que finalmente me invadiu, tal como eu havia abandonado a poesia como produto literário, levando-me também a proceder sem maior cuidado quanto à utilização das partes já finalizadas da minha composição musical.


Schnitt ich für eine Konzertausführung aus meinen Partituren einige Bruchstücke zurecht, so durste ich, ähnlich wie bei jener Herausgabe, mir wohl ebenfalls mit dem Gedanken schmeicheln, daß es ja vielleicht nicht unmöglich wäre, auch auf diesem Wege die mir nötige Aufmerksamkeit auf mein Werk und die mit ihm verbundene Tendenz zu ziehen. In der Tat war es verwunderlich, diese Bruchstücke einer Musik, welche, wie keine andere nur mit dem Hinblicke auf ein großes dramatisches Ganzes ent-standen war, selbst in dieser verwahrlosenden Weise mit dem lebhafteste Beifalle vom Publikum aufgenommen zu sehen, eine Erfahrung, welche bei einiger Gerechtigkeit der Beurteilung die bis dahin gepflegte Ansicht, daß ich mit der Konzeption meines Werkes in das Chaos der Unverständlichkeit und Unmöglichkeit verfallen sei, in auffallender Weise berichtigen hätte müssen. Immerhin blieb man aber dabei, daß es gut sei, sich mit mir nicht einzulassen.

Unter solchen Eindrücken gedieh meine Stimmung endlich so weit, daß ich mich gedrängt fühlte, etwas zu unternehmen, was mich der Atmosphäre aller Wünsche, Hoffnungen, ja Vorstellungen, und namentlich Bemühungen für mein großes Werk entheben sollte. Ich konzipierte die „Meistersinger von Nürnberg". Noch zu geringem Teile war aber die musikalische Ausarbeitung dieses neuen Werkes vorgerückt, als der „Fürst", nach welchem ich in jenem Schlußworte das Schicksal frug, wirklich in meinen Lebensplan eintrat.

Es dürfte keiner poetischen Diktion, nach auch einem ganzen poetischen Diktionär möglich werden, die entsprechende Phrase für die ergreifende Schönheit des Ereignisses zu liefern, welches durch den Zuruf eines hochgesinnten Königs in mein Leben trat. Denn wirklich war es ein König, der mir im Chaos zurief: Hier-her! Vollende dein Werk: ich will es!

Der ferneren Zukunft, sollte in ihr mein Werk noch fort leben, kann es nicht vorenthalten bleiben, die Umstände kennen zu lernen, welche seit jener entscheidenden Begegnung bis auf den heutigen Tag mein Werk noch verhinderten, zur vollen Tat zu werden. Erschien es doch, als ob nun erst, da ich mit meinem ungemeinen künstlerischen Vorhaben an den hellen Tag gestellt war, all der Widerwille, der bisher im Verborgenen verstedt dagegen sich genährt hatte, zu seiner ganzen feindseligen Gewaltsamkeit sich entfesseln sollte. Wirklich mußte es dünken, als gäbe es nicht eines der Interessen, welche sowohl in unsrer Presse wie in unsrer Gesellschaft sich vertreten wissen, dem die Ausführung meines Werkes und des damit verbundenen Auf-führungsplanes nicht in feindseligster Weise entgegenträte. Um der schamlosen Richtung, welche diese aus jeder Sphäre der Ge-sellschaft sich kundgebende Anfeindung nahm, und rücksichtslos den Beschüßer wie den Beschützten traf, auszuweichen, mußte ich selbst es mir angelegen sein lassen, den hervorragenden, kräf-tigen Charakter der Unternehmung, wie er hochsinnig ihr zuer-kannt war, abzuschwächen, und diese dagegen in ein Geleise über-zuleiten, in welchem sie zunächst ihren die allgemeine Wut auf-reizenden Charakter zu verdecken befähigt werden sollte. Ich suchte sogar die öffentliche Aufmerksamkeit gänzlich hiervon abzulenken, indem ich einige mühevoll gewonnene Ruhe dazu ver wendete, die Partitur meiner „Meistersinger" zu vollenden, um mit diesem Werke mich scheinbar ganz im Geleise des gewohnten Herkommens in betreff theatralischer Ausführungen zu zeigen.

Gerade diese Erfahrungen, welche ich einerseits an dem Schick-sale dieses vom Publikum günstig aufgenommenen Werkes, anderseits jedoch an dem Geiste unsres deutschen Theaterwesens machte, bestimmten mich nun aber, fortan von jedem Versuche einer neuen Berührung mit diesem mich unentwegt fern zu halten. Der eigentümliche Charakter des deutschen Kunstsinnes, so weit er sich im öffentlichen Geschmacke am Theater kundgibt, muß jeden, der hier nur das gemeinste Unterscheidungsver= mögen antreffen zu können wähnt, bei einer ernsten Berührung mit ihm sofort inne werden lassen, daß seine Bemühungen um dieses Theater, sobald er hierfür die energische Willensmeinung des Publikums zu seiner Unterstützung aussucht, gänzlich vergeblich sein müssen und nur gegen ihn aufreizen können. So blieb es mir denn auch unmöglich, über mich zu gewinnen, an den früher, im Nachgeben gegen den Sturm von mir selbst eingeleiteten, Versuchen der Ausführung einzelner Teile meines großen Werkes mich zu beteiligen. Selbst der Ausfall dieser Versuche ist mir im Näheren unberichtet geblieben, da meine Freunde erkannten, daß ich hiermit zu verschonen wäre. Durch das hierin angedeutete Opfer ward es mir dagegen aber möglich, dem ersten Anrufe meines erhabenen Wohltäters an mich: vollende dein Werk! folgsam zu erwidern. Von neuem war ich in dem schweigenden Asyl, fern jedem Klange, angelangt, aus welchem ich dereinst in die stumme Mpenwelt blickte, als ich jenen überschwenglichen Plan entwarf und die Ausführung in Angriff nahm, welche ich diesmal bis zur Vollendung bringen durste.

Der starke treue Schuß, der jezt über die Ausführung meines Werkes wachte, ist nun aber derselbe, der es mir auch ermög lichte, voller Hoffnung und Vertrauen den Weg zu beschreiten, der mein Werk zu der allererst entworfenen Aufführung im rechten Sinne führen soll. Denn, widerseste sich einst eine Gesamtheit dem hochsinnigen Beschlusse des einzelnen Mächtigen, so konnte ich mich jest mit dem, unter dem Schuße dieses Mächtigen zur Vollendung gediehenen Werke, an eine andere Gesamtheit wenden, welcher ich es nach ihrem eigenen Willen zur Ermöglichung seiner Aufführung übergeben durste. Hierzu schritt ich durch eine Mitteilung und Aufforderung an die Freunde meiner Kunst vor, welcher ich die Darlegung meines Planes, wie er in jenem Vorworte zur Herausgabe der Dichtung des Bühnenfestspieles enthalten war, vorangehen ließ, um hieran die, in dem folgenden enthaltene, bestimmtere Bezeichnung des Charakters meiner Unternehmung, so wie der Vorteile, deren Gewinn für das deutsche Theater überhaupt ich aus ihr mir zu versprechen glauben darf, anzuknüpfen.


„Bereits deutete ich in der Mitteilung meines älteren „Planes genugsam an, daß es mir in dem besonderen Falle, in „welchem ich mich mit meinem größeren Werke besand, vorzüg „lich darauf ankam, mich einer vollständig korrekten Aufführung „desselben zu versichern, da sich mir als das Beklagenswerteste „in betreff des heutigen Theaters herausgestellt hat, daß alle seine der Öffentlichkeit vorgeführten Leistungen, mit vielleicht „einziger Ausnahme der niedrigsten Gattung derselben, an dem „Hauptgebrechen der Inkorrektheit leiden. Der Grund hiervon ,,ist verschiedentlich anderswo von mir beleuchtet worden, und hier will ich ihn nur als in der Unoriginalität unsrer thea „tralischen Leistungen liegend bezeichnen: daß unsre Theatervorstellungen nur unvollkommene, oft gänzlich entstellende „Nachahmungen einer undeutschen Theaterkunst sind, kann am „wenigsten uns dadurch verdeckt werden, daß selbst unsre deut-„schen Autoren für die Konzeption und den Stil ihrer Theater-„arbeiten einzig in der Nachahmung des Auslandes befangen sind. Wer nur unser Theater kennt, muß daher notwendig „einen falschen Begriff von der theatralischen Kunst überhaupt „erhalten, welcher bei wahrhaft Gebildeten zur Geringschätzung „derselben, bei dem größeren, urteilsloſeren eigentlichen Thea-„terpublikum aber zu einer Entartung des Geschmackes führt, „durch deren Rückwirkung auf den Geist des Theaters dieser „notwendig wiederum einer immer tieferen Entſittlichung zu-„getrieben wird.

Der einzig ersprießliche Weg, unsrem Theater selbst mit „der Zeit nüglich zu werden, scheint mir daher dieser zu sein, „daß Werke, welche schon ihrer Originalität wegen die höchste „Korrektheit ihrer Ausführung erfordern, um auf das Publikum „den richtigen Eindruck zu machen, zunächst diesem Theater nicht „übergeben werden dürfen, weil es die in ihnen liegende Ten-„denz sich nicht anders, als durch Verstümmelung und gänzliche „Unkenntlichmachung derselben assimilieren kann. Dagegen aber ,,würden solche Werke auch unsrem Theater dadurch förder-„lich werden können, daß sie, außerhalb desselben gestellt, und „seiner verderblichen Wirksamkeit entzogen, in vollster Korrekt-„heit und ungetrübter Reinheit ihm als zuvor unverständliche, „jetzt aber allseitig klar verstandene Vorbilder entgegengehalten ,,würden.

Durch bloße Auferlegung kunsttendenziöser Prinzipien kann „dem deutschen Theater in keiner Weise Hilfe zugeführt werden, „da dieses, wie es nun einmal ist, zu einer Gewohnheit, und somit zu einer Macht geworden ist. Seine Fehler liegen in seiner ganzen Organisation begründet, welche als eine vitiose „Nachbildung des Auslandes bei uns, so gut wie die französische „Kleidermode, sich festgesezt hat. Müssen wir uns daher für „zu schwach halten, um an seinen Bestehen rütteln zu wollen, „so haben wir hiergegen, wenn uns die Entfaltung des deutschen „Geistes in seiner Eigentümlichkeit auch auf diesem, den öffent „lichen Geist ganz unvergleichlich mächtig beeinflussenden Kunst-„gebiete am Herzen liegt, eine ganze neue, von der Wirksamkeit


transcricao ocr



Texto Corrigido:

Schnitt ich für eine Konzertausführung aus meinen Partituren einige Bruchstücke zurecht, so durfte ich, ähnlich wie bei jener Herausgabe, mir wohl ebenfalls mit dem Gedanken schmeicheln, daß es ja vielleicht nicht unmöglich wäre, auch auf diesem Wege die mir nötige Aufmerksamkeit auf mein Werk und die mit ihm verbundene Tendenz zu ziehen. In der Tat war es verwunderlich, diese Bruchstücke einer Musik, welche, wie keine andere nur mit dem Hinblicke auf ein großes dramatisches Ganzes entstanden war, selbst in dieser verwahrlosten Weise mit dem lebhaftesten Beifalle vom Publikum aufgenommen zu sehen, eine Erfahrung, welche bei einiger Gerechtigkeit der Beurteilung die bis dahin gepflegte Ansicht, daß ich mit der Konzeption meines Werkes in das Chaos der Unverständlichkeit und Unmöglichkeit verfallen sei, in auffallender Weise berichtigen hätte müssen. Immerhin blieb man aber dabei, daß es gut sei, sich mit mir nicht einzulassen.

Unter solchen Eindrücken gedieh meine Stimmung endlich so weit, daß ich mich gedrängt fühlte, etwas zu unternehmen, was mich der Atmosphäre aller Wünsche, Hoffnungen, ja Vorstellungen, und namentlich Bemühungen für mein großes Werk entheben sollte. Ich konzipierte die „Meistersinger von Nürnberg". Noch zu geringem Teile war aber die musikalische Ausarbeitung dieses neuen Werkes vorgerückt, als der „Fürst", nach welchem ich in jenem Schlußworte das Schicksal frug, wirklich in meinen Lebensplan eintrat.

Es dürfte keiner poetischen Diktion, noch auch einem ganzen poetischen Diktionär möglich werden, die entsprechende Phrase für die ergreifende Schönheit des Ereignisses zu liefern, welches durch den Zuruf eines hochgesinnten Königs in mein Leben trat. Denn wirklich war es ein König, der mir im Chaos zurief: Hierher! Vollende dein Werk: ich will es!

Der ferneren Zukunft, sollte in ihr mein Werk noch fortleben, kann es nicht vorenthalten bleiben, die Umstände kennen zu lernen, welche seit jener entscheidenden Begegnung bis auf den heutigen Tag mein Werk noch verhinderten, zur vollen Tat zu werden. Erschien es doch, als ob nun erst, da ich mit meinem ungemeinen künstlerischen Vorhaben an den hellen Tag gestellt war, all der Widerwille, der bisher im Verborgenen versteckt dagegen sich genährt hatte, zu seiner ganzen feindseligen Gewaltsamkeit sich entfesseln sollte. Wirklich mußte es dünken, als gäbe es nicht eines der Interessen, welche sowohl in unsrer Presse wie in unsrer Gesellschaft sich vertreten wissen, dem die Ausführung meines Werkes und des damit verbundenen Aufführungsplanes nicht in feindseligster Weise entgegenträte. Um der schamlosen Richtung, welche diese aus jeder Sphäre der Gesellschaft sich kundgebende Anfeindung nahm, und rücksichtslos den Beschützer wie den Beschützten traf, auszuweichen, mußte ich selbst es mir angelegen sein lassen, den hervorragenden, kräftigen Charakter der Unternehmung, wie er hochsinnig ihr zuerkannt war, abzuschwächen, und diese dagegen in ein Geleise überzuleiten, in welchem sie zunächst ihren die allgemeine Wut aufreizenden Charakter zu verdecken befähigt werden sollte. Ich suchte sogar die öffentliche Aufmerksamkeit gänzlich hiervon abzulenken, indem ich einige mühevoll gewonnene Ruhe dazu verwendete, die Partitur meiner „Meistersinger" zu vollenden, um mit diesem Werke mich scheinbar ganz im Geleise des gewohnten Herkommens in betreff theatralischer Ausführungen zu zeigen.


Gerade diese Erfahrungen, welche ich einerseits an dem Schicksale dieses vom Publikum günstig aufgenommenen Werkes, anderseits jedoch an dem Geiste unsres deutschen Theaterwesens machte, bestimmten mich nun aber, fortan von jedem Versuche einer neuen Berührung mit diesem mich unentwegt fern zu halten. Der eigentümliche Charakter des deutschen Kunstsinnes, so weit er sich im öffentlichen Geschmacke am Theater kundgibt, muß jeden, der hier nur das gemeinste Unterscheidungsvermögen antreffen zu können wähnt, bei einer ernsten Berührung mit ihm sofort inne werden lassen, daß seine Bemühungen um dieses Theater, sobald er hierfür die energische Willensmeinung des Publikums zu seiner Unterstützung aussucht, gänzlich vergeblich sein müssen und nur gegen ihn aufreizen können. So blieb es mir denn auch unmöglich, über mich zu gewinnen, an den früher, im Nachgeben gegen den Sturm von mir selbst eingeleiteten, Versuchen der Ausführung einzelner Teile meines großen Werkes mich zu beteiligen. Selbst der Ausgang dieser Versuche ist mir im Näheren unberichtet geblieben, da meine Freunde erkannten, daß ich hiermit zu verschonen wäre. Durch das hierin angedeutete Opfer ward es mir dagegen aber möglich, dem ersten Anrufe meines erhabenen Wohltäters an mich: vollende dein Werk! folgsam zu erwidern. Von neuem war ich in dem schweigenden Asyl, fern jedem Klange, angelangt, aus welchem ich dereinst in die stumme Alpenwelt blickte, als ich jenen überschwänglichen Plan entwarf und die Ausführung in Angriff nahm, welche ich diesmal bis zur Vollendung bringen durfte.

Der starke treue Schutz, der jetzt über die Ausführung meines Werkes wachte, ist nun aber derselbe, der es mir auch ermöglichte, voller Hoffnung und Vertrauen den Weg zu beschreiten, der mein Werk zu der allererst entworfenen Aufführung im rechten Sinne führen soll. Denn, widersetzte sich einst eine Gesamtheit dem hochsinnigen Beschlusse des einzelnen Mächtigen, so konnte ich mich jetzt mit dem, unter dem Schutze dieses Mächtigen zur Vollendung gediehenen Werke, an eine andere Gesamtheit wenden, welcher ich es nach ihrem eigenen Willen zur Ermöglichung seiner Aufführung übergeben durfte. Hierzu schritt ich durch eine Mitteilung und Aufforderung an die Freunde meiner Kunst vor, welcher ich die Darlegung meines Planes, wie er in jenem Vorworte zur Herausgabe der Dichtung des Bühnenfestspieles enthalten war, vorangehen ließ, um hieran die, in dem folgenden enthaltene, bestimmtere Bezeichnung des Charakters meiner Unternehmung, so wie der Vorteile, deren Gewinn für das deutsche Theater überhaupt ich aus ihr mir zu versprechen glauben darf, anzuknüpfen.

" Bereits deutete ich in der Mitteilung meines älteren Planes genugsam an, daß es mir in dem besonderen Falle, in welchem ich mich mit meinem größeren Werke befand, vorzüglich darauf ankam, mich einer vollständig korrekten Aufführung desselben zu versichern, da sich mir als das Beklagenswerteste in betreff des heutigen Theaters herausgestellt hat, daß alle seine der Öffentlichkeit vorgeführten Leistungen, mit vielleicht einziger Ausnahme der niedrigsten Gattung derselben, an dem Hauptgebrechen der Inkorrektheit leiden. Der Grund hiervon ist verschiedentlich anderswo von mir beleuchtet worden, und hier will ich ihn nur als in der Unoriginalität unsrer theatralischen Leistungen liegend bezeichnen: daß unsre Theatervorstellungen nur unvollkommene, oft gänzlich entstellende Nachahmungen einer undeutschen Theaterkunst sind, kann am wenigsten uns dadurch verdeckt werden, daß selbst unsre deutschen Autoren für die Konzeption und den Stil ihrer Theaterarbeiten einzig in der Nachahmung des Auslandes befangen sind. Wer nur unser Theater kennt, muß daher notwendig einen falschen Begriff von der theatralischen Kunst überhaupt erhalten, welcher bei wahrhaft Gebildeten zur Geringschätzung derselben, bei dem größeren, urteilsloseren eigentlichen Theaterpublikum aber zu einer Entartung des Geschmackes führt, durch deren Rückwirkung auf den Geist des Theaters dieser notwendig wiederum einer immer tieferen Entsittlichung zugetrieben wird.“ 

Der einzig ersprießliche Weg, unsrem Theater selbst mit der Zeit nützlich zu werden, scheint mir daher dieser zu sein, daß Werke, welche schon ihrer Originalität wegen die höchste Korrektheit ihrer Ausführung erfordern, um auf das Publikum den richtigen Eindruck zu machen, zunächst diesem Theater nicht übergeben werden dürfen, weil es die in ihnen liegende Tendenz sich nicht anders, als durch Verstümmelung und gänzliche Unkenntlichmachung derselben assimilieren kann. Dagegen aber würden solche Werke auch unsrem Theater dadurch förderlich werden können, daß sie, außerhalb desselben gestellt, und seiner verderblichen Wirksamkeit entzogen, in vollster Korrektheit und ungetrübter Reinheit ihm als zuvor unverständliche, jetzt aber allseitig klar verstandene Vorbilder entgegengehalten würden.

Durch bloße Auferlegung kunsttendenziöser Prinzipien kann dem deutschen Theater in keiner Weise Hilfe zugeführt werden, da dieses, wie es nun einmal ist, zu einer Gewohnheit, und somit zu einer Macht geworden ist. Seine Fehler liegen in seiner ganzen Organisation begründet, welche als eine vitiöse Nachbildung des Auslandes bei uns, so gut wie die französische Kleidermode, sich festgesetzt hat. Müssen wir uns daher für zu schwach halten, um an seinem Bestehen rütteln zu wollen, so haben wir hiergegen, wenn uns die Entfaltung des deutschen Geistes in seiner Eigentümlichkeit auch auf diesem, den öffentlichen Geist ganz unvergleichlich mächtig beeinflussenden Kunstgebiete am Herzen liegt, eine ganz neue, von der Wirksamkeit...


Quando recortei alguns fragmentos das minhas partituras para uma apresentação em concerto, tal como aconteceu com aquela publicação anterior, pude iludir-me com a ideia de que talvez não fosse impossível atrair a atenção necessária para a minha obra e a mensagem a ela associada também desta forma. De fato, foi surpreendente ver esses fragmentos de música — música que, como nenhuma outra, fora concebida unicamente com vista a um grande todo dramático — serem recebidos com aplausos entusiásticos do público, mesmo neste estado negligenciado. Esta experiência, com toda a justiça, deveria ter corrigido de forma notável a opinião até então difundida de que eu tinha mergulhado no caos, na incompreensibilidade e na impossibilidade com a concepção da minha obra. Contudo, persistia a opinião de que era melhor não se envolverem comigo.

Sob tais impressões, o meu ânimo finalmente renovou-se ao ponto de me sentir compelido a empreender algo que me libertasse da atmosfera de todos os desejos, esperanças, ideias e, sobretudo, de todos os esforços relacionados com a minha grande obra. Concebi então "Die Meistersinger von Nürnberg". Contudo, o desenvolvimento musical desta nova obra havia progredido apenas ligeiramente quando o Príncipe, por quem invoquei o destino naquelas palavras finais, entrou de fato nos planos da minha vida.

Seria impossível para qualquer dicção poética, nem mesmo para um dicionário poético inteiro, encontrar a expressão adequada para a pungente beleza do evento que entrou na minha vida através do chamado de um nobre rei. Pois foi verdadeiramente um rei que me chamou no meio do caos: Venha aqui! Complete sua obra: Eu a quero!

O futuro mais distante, caso minha obra ainda sobreviva nele, não poderá ser privado do conhecimento das circunstâncias que, desde aquele encontro decisivo até os dias de hoje, impediram que minha obra se tornasse uma realização completa. Parecia que somente agora, com meu extraordinário projeto artístico trazido à luz, toda a animosidade que até então se acumulava em segredo finalmente liberaria toda a sua força hostil. De fato, devia parecer que não havia um único interesse representado em nossa imprensa ou em nossa sociedade que a execução da minha obra e a programação de apresentações associada não se opusessem da maneira mais hostil. Para evitar a direção vergonhosa que essa hostilidade, manifestando-se em todas as esferas da sociedade, tomou, atingindo impiedosamente tanto o protetor quanto o protegido, eu mesmo tive que assumir a responsabilidade de suavizar o caráter excepcional e vigoroso do projeto, tão louvavelmente percebido, e, em vez disso, conduzi-lo por um caminho que, inicialmente, pudesse ocultar sua natureza, que estava incitando fúria generalizada. Cheguei a tentar desviar completamente a atenção do público disso, usando um período de paz e tranquilidade arduamente conquistado para concluir a partitura do meu Meistersinger, a fim de que, com essa obra, parecesse estar totalmente em conformidade com a prática usual em relação às apresentações teatrais. 

Foram precisamente essas experiências, adquiridas por um lado com o destino desta obra, bem recebida pelo público, e por outro com o espírito do nosso sistema teatral alemão, que me determinaram, dali em diante, a manter-me constantemente afastado de qualquer tentativa de contato renovado com ele. O caráter peculiar da sensibilidade artística alemã, na medida em que se manifesta no gosto do público pelo teatro, faz com que qualquer um que acredite encontrar aqui apenas o discernimento mais comum perceba imediatamente, ao entrar em contato com ele, que seus esforços em prol deste teatro, assim que buscarem o apoio enérgico do público, serão totalmente fúteis e só poderão incitá-lo contra si mesmo. Assim, permaneceu impossível para mim participar das tentativas de execução de partes individuais da minha grande obra, tentativas que eu mesmo havia iniciado, cedendo à tempestade que se instaurava. Mesmo o resultado dessas tentativas permaneceu desconhecido para mim em detalhes, pois meus amigos reconheceram que eu deveria ser poupado dessa informação. Por meio do sacrifício aqui mencionado, porém, tornou-se possível para mim responder obedientemente ao primeiro chamado do meu exaltado benfeitor: "Conclua sua obra!" Mais uma vez me encontrei naquele santuário silencioso, longe de todo som, de onde outrora contemplara o mudo mundo alpino quando concebi aquele ambicioso plano e iniciei sua execução, que desta vez me foi permitido levar à conclusão.

A forte e fiel proteção que agora velava sobre a execução da minha obra é a mesma que me permitiu, cheio de esperança e confiança, trilhar o caminho que deveria conduzir minha obra à sua primeira realização, no verdadeiro sentido da palavra. Pois, enquanto antes um grupo se opunha ao nobre decreto de uma única figura poderosa, eu agora podia me voltar com a obra, que florescera sob a proteção dessa figura poderosa, para outro grupo, a quem me foi permitido, segundo a sua própria vontade, viabilizar a sua realização. Para tanto, procedi emitindo um aviso e um apelo aos amigos da minha arte, precedendo-o com uma explicação do meu plano, tal como constava no prefácio da publicação do libreto da peça para o festival de teatro. Em seguida, forneci uma descrição mais precisa da natureza do meu empreendimento, bem como das vantagens que acredito que trará ao teatro alemão em geral.

Elaborei mais sobre este assunto na seção seguinte. Já indiquei suficientemente em meu anúncio anterior do meu plano que, no caso específico em que me encontrava com minha obra maior, era de suma importância para mim garantir sua execução completamente correta, visto que o aspecto mais lamentável do teatro contemporâneo se mostrou ser o fato de que todas as suas apresentações públicas, com talvez a única exceção do gênero mais baixo, sofrem da falha fundamental da imprecisão. A razão para isso já foi esclarecida por mim em outro lugar, e aqui a descreverei apenas como residindo na falta de originalidade de nossas realizações teatrais: o fato de nossas produções teatrais serem meras imitações imperfeitas, muitas vezes completamente distorcidas, de uma arte teatral não alemã pode ser pouco disfarçado pelo fato de que mesmo nossos autores alemães estão preocupados apenas em imitar obras estrangeiras na concepção e no estilo de suas peças. Qualquer pessoa que conheça apenas o nosso teatro deve, portanto, necessariamente desenvolver uma concepção falsa da arte teatral em geral, o que, entre pessoas verdadeiramente cultas, leva ao desprezo pela mesma, mas entre o público teatral real, mais amplo e menos exigente, leva a uma degeneração do gosto, através do reação da qual, em relação ao espírito do teatro, é necessariamente impulsionada para uma profanação cada vez mais profunda.”

A meu ver, a única maneira verdadeiramente benéfica para o nosso teatro se beneficiar ao longo do tempo é que as obras que, em virtude de sua própria originalidade, exigem a máxima precisão em sua execução para causar a impressão correta no público, não sejam inicialmente apresentadas a este teatro, pois este só consegue assimilar a tendência inerente a essas obras por meio da mutilação e da completa obliteração. Por outro lado, tais obras também poderiam beneficiar o nosso teatro se fossem colocadas fora dele, afastadas de sua influência corruptora, e apresentadas a ele em sua plena precisão e pureza imaculada, como modelos antes incompreensíveis, mas agora universalmente compreendidos.

A mera imposição de princípios artisticamente tendenciosos não pode ajudar o teatro alemão de forma alguma, visto que, como está, tornou-se um costume e, portanto, uma força. Suas falhas residem em toda a sua organização que, como a moda francesa, se estabeleceu firmemente aqui como uma mera imitação de estilos estrangeiros. Se, portanto, nos considerarmos fracos demais para questionar sua existência, então, se o desenvolvimento do espírito alemão em seu caráter único também for importante para nós neste campo da arte, que exerce uma influência incomparavelmente poderosa sobre a opinião pública, teremos uma perspectiva completamente nova e altamente eficaz...

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