Carta ao rei Luís II 4. DEZEMBER 1871

Mein allergnädigster Gönner und Beschützer!




So eben ward eine Reinschrift von der Komposition des zweiten Aktes der Götterdämmerung fertig, die ich mich nun beeile zu Ihren Füssen niederzulegen.

Es war mir schmerzlich, am hohen Festtage des vergangenen August’s damit noch im Rückstand zu sein. Erst der grössesten Konzentration meiner etwas angegriffenen Kräfte ward es möglich, in diesen letzten Tagen die Musik dieses ungemein aufregungsvollen Aktes zu beendigen. Schon begann ich selbst auch die Reinschrift für meinen erhabenen Herren davon zu verfertigen, als ich aus Rücksicht auf meine Gesundheit davon ablassen, und mir einen Musiker aus Zürich hierfür kommen lassen musste. Mögen Sie huldvollst Nachsicht hierfür üben; die Reinschrift der vollständigen Partitur für Sie wird mit der Zeit meine liebste Beschäftigung mit dem ganzen grossen Werke sein.
Ich füge der bescheidenen Sendung, welche ich auf Ihre nie ermüdende Güte und Nachsicht hin wage, auch ein eigens für meinen Königlichen Herren abgezogenes Druckexemplar des ersten Bandes meiner gesammelten Schriften und Dichtungen bei, um dessen auffallend verspäteter Zusendung willen ich demüthigst um Entschuldigung bitten muss; in der Leipziger Druckerei war gerade für dieses besondere Exemplar ein Druckbogen der Art verschoben worden, dass es gar nicht zu gebrauchen war, und dieser Bogen neu gesetzt und gedruckt werden musste, wodurch eine hoffe ich nun jedoch, auch den zweiten Band bereits zu Ihren Füssen niederlegen zu lassen. —

Mein ewig gesegneter, innigst von mir gepriesener hoher Freund! Ich stehe jetzt im Begriffe eine Reise nach Bayreuth anzutreten, um dort den Anfang meiner grossen Unternehmung einzuleiten. Bereits hat die bisher auf dem Privatwege sich herausstellende Theilnahme der Freunde meiner Kunst mir die Mittel zum Aufbau des provisorischen Theaters zugesichert; die Stadtverordneten von Bayreuth haben sich, in Würdigung der Bedeutung, welche ihrer Stadt zugewendet werden soll, zur unentgeltlichen Ueberlassung des Bauplatzes erboten, so wie überhaupt zu jedem Vorschub für die Unternehmung willig erklärt, demzufolge ich nun den Platz in Empfang nehmen und den Architekten an Ort und Stelle den Bau übergeben will. -— Gänzlich von mir unaufgefordert haben sich neurer Zeit sogenannte „Richard-Wagner-Vereine“ gebildet, welche jetzt im Begriffe sind, sich zu einem allgemeinen deutschen Vereine des gleichen Namens zu konstituiren, welcher für jetzt zur Ermöglichung meiner Festaufführungen, sowie in Zukunft für ihre Forterhaltung zu wirken sich zum Ziele setzt. Ich muss demnach immer mehr erkennen, dass meine Idee nur von einer weiteren Gesammtheit rein erfasst und ausgeführt werden konnte, während der Einzelne, sei er auch noch so mächtig, an dem Widerstand einer anders gesinnten Gesammtheit scheitern musste. Es wird für mich ein hoher, mein ganzes Leben umfassender Tag sein, wo ich Ihnen, mein erhabener Beschützer, den Lohn Ihrer unsterblichen mir erwiesenen Liebesthaten in dem vollständigen Gelingen meines Werkes vorführen kann. Denn erst dann, wenn dieses Gelingen vollständig ist, wird die Welt ganz einsehen kön nen, was sie Ihnen verdankt.


Vor allen Dingen blieb ohne Sie mein Nibelungenwerk unvollendet. Denn ward ich dem Kampf um die Existenz nicht vollständig entrissen, so konnte ich nie einen solch ausschweifenden Plan wieder aufnehmen. Noch viel weniger konnte ich dann aber auch an diese jetzt sich vorbereitende Aufführung denken: musste ich in eine solche Unternehmung mein persönliches Interesse, irgendwelchen Vortheil für mein Privatleben und seine Bedürfnisse einmischen, so war mir jede Kraft gelähmt, und unmöglich hätte ich je die Gesammtheit auffordern können, hierzu beizutragen. Für mich, den Schöpfer zu sorgen, so dass er frei von jeder Rücksicht nur seinem Werke leben konnte, durfte nur ein grosser, gnadenreicher König übernehmen. Als Dessen Mann und Eigen darf ich mich nun frei und stolz darstellen, und darf der Gesammtheit zurufen: „sorgt für euch selbst, indem ihr dafür sorgt, dass dieses Werk, welches durch die Gnade meines Herren besteht, euch auch vorgeführt werde!“


Mein König! Sie haben zu dieser Vorführung Nichts weiter beizutragen, sondern einzig mich in dem hohen Gnadenstande zu erhalten, dass ich von Niemand etwas für mich verlange.
Möchten Sie mich mit altgewohnter Huld und Güte zu verstehen würdigen: mein Sinn ist rein wie Gold, indem ich Ihnen diese Erwägung an das Herz lege.
Es handelt sich um die endliche Gründung einer Heimath für mich und meine Theuren: ich suche sie dort, in jener bescheidenen Stadt Ihres Landes, wo ich den Sitz meines letzten Wirken’s aufzuschlagen gedenke. Ein Federzug von Ihnen, und mein letztes Bedürfniss ist erfüllt. - Noch einmal: lassen Sie die Aufführung meines Werkes einzig die Sorge der Gesammtheit sein, welcher es vorgeführt werden soll, und verwenden Sie dagegen den hierfür beschlossenen Antheil einzig für Den, der die Sorge für sein Wohl einzig seinem grossen Wohlthäter übergeben wissen will. —
So werde ich denn nächsten Samstag, am 9“ d. M. - in München eintreffen, um dort, gänzlich zurückgezogen, mich so lange aufzuhalten, bis der getreue Hofrath Düfflipp durch Ihre gnädige Entscheidung gerüstet sein wird, auf den Wunsch, den ich genau- er ausdrücken werde sobald ich mit ihm darüber verkehre, und welcher in keiner Weise eine Vermehrung der mir zugesagten Gnadenbewilligungen beanspruchen wird, die entsprechende Verfügung mitzutheilen.
Es hat mich tief beglückt, mein hocherhabener Freund und Wohlthäter, in altgewohnter Weise geistig wiederum Ihre segenreiche Hand erfassen und an mein Herz drücken zu können! Wie fühlte ich mich aus dem Grunde meiner Seele hierzu gedrängt, als ich soeben bei der Abfassung eines Berichtes über die Umstände und Schicksale, welche mit der Ausarbeitung meines grossen Nibelungenwerkes zusammenhängen, auf die einzige Entscheidung wiederum hingewiesen wurde, welcher dieses Werk sein vollständiges Dasein endlich verdanken wird. Aus allem Nebelgewölk treten Sie dann mir immer wieder als die Sonne hervor, und mit dem ergriffensten Dankgefühle blicke ich dann zu Ihnen auf, das Wunder zu preisen, das in mein so hoch bestimmtes, und deshalb so tief bedürftiges Leben, leuchtend trat.
Und abermals seien Sie gesegnet, von mir und Allem Theuren, was ich mein nenne! O, wüsste ich dass Sie glücklich seien! Diess der einfache, und doch so Grosses, so unsäglich Schweres wünschende Wunsch, mit dem ich heute von meinem angebeteten Wohlthäter scheide!




Heil und göttlicher Segen!
Ihr 115 Tribschen. ewig getreues Eigen 4 Dezember 1871.
Richard Wagner.


Meu mais gracioso patrono e protetor!




Uma cópia fiel da composição do segundo ato de O Crepúsculo dos deueses acaba de ser concluída, e agora me apresso em colocá-la a seus pés.

Foi doloroso para mim ainda estar atrasado em relação a ela no feriado de agosto passado. Somente com a maior concentração de minhas forças, de certa forma desafiadas, foi possível concluir a música desse ato imensamente emocionante nesses últimos dias. Eu já havia começado a preparar a cópia fiel para meu excelso mestre, quando tive que abandoná-la por consideração à minha saúde e pedi a um músico de Zurique que viesse até mim para esse fim. Que o senhor tenha paciência comigo; a cópia fiel da partitura completa para o senhor será, com o tempo, minha ocupação favorita com toda a grande obra.
Também estou anexando a esta modesta remessa, que ouso enviar em resposta à sua infalível bondade e indulgência, uma cópia impressa do primeiro volume de meus escritos e poesias coletados, que foi impressa especialmente para o meu Senhor Real, e por cujo envio conspicuamente tardio devo humildemente me desculpar; Na gráfica de Leipzig, uma folha de impressão para essa cópia em particular foi deslocada de tal forma que não pôde ser usada, e essa folha teve que ser reposta e reimpressa, como resultado, no entanto, espero agora poder colocar o segundo volume aos seus pés também. -

Meu amigo eternamente abençoado, muito elogiado por mim! Agora estou prestes a embarcar em uma viagem para Bayreuth, a fim de iniciar o começo de meu grande empreendimento lá. A participação dos amigos da minha arte, que até agora tem sido demonstrada em particular, já me garantiu os meios para a construção do teatro provisório; os conselheiros municipais de Bayreuth, em reconhecimento à importância que será concedida à sua cidade, se ofereceram para disponibilizar o local de construção gratuitamente, além de se declararem dispostos a fazer todas as contribuições para o empreendimento, de modo que agora quero tomar posse do local e entregar o prédio aos arquitetos no local. -- As chamadas "Associações Richard Wagner" foram formadas recentemente, totalmente sem a minha solicitação, e estão agora no processo de se constituírem em uma associação geral alemã com o mesmo nome, que agora tem como objetivo tornar possíveis as apresentações do meu festival, bem como trabalhar para a sua continuação no futuro. Portanto, tenho que reconhecer cada vez mais que minha ideia só poderia ser compreendida e executada puramente por uma comunidade mais ampla, enquanto o indivíduo, por mais poderoso que seja, teria que fracassar devido à resistência de uma comunidade com mentalidade diferente. Será um grande dia para mim, que abrangerá toda a minha vida, quando eu puder mostrar a você, meu sublime protetor, a recompensa de seus atos imortais de amor demonstrados a mim no sucesso completo do meu trabalho. Pois somente então, quando esse sucesso for completo, o mundo será capaz de compreender plenamente o que deve a você.


Acima de tudo, sem você, meu trabalho sobre os Nibelungos permaneceria inacabado. Pois se eu não estivesse completamente afastado da luta pela existência, jamais poderia retomar um plano tão elaborado. Mas eu poderia pensar ainda menos na apresentação que estava sendo preparada agora: se eu tivesse que interferir em tal empreendimento com meu interesse pessoal, qualquer benefício para minha vida privada e suas necessidades, então toda a minha força estaria paralisada, e seria impossível para mim pedir à totalidade que contribuísse para isso. Somente um grande e gracioso rei teve permissão para cuidar de mim, o criador, para que ele pudesse viver livre de qualquer consideração por seu trabalho. Como Seu homem e Seu próprio, posso agora me apresentar livre e orgulhosamente, e posso clamar a todos: "cuidem de vocês mesmos, fazendo com que esta obra, que existe pela graça de meu Senhor, também seja apresentada a vocês!"


Meu Rei! O senhor não tem mais nada a contribuir para essa demonstração, mas apenas para me manter no elevado estado de graça em que não exijo nada de ninguém para mim.
Que você me dignifique com sua paciência e bondade habituais: minha mente é tão pura quanto o ouro quando coloco essa consideração em seu coração.
É uma questão do estabelecimento final de um lar para mim e meus entes queridos: eu o procuro lá, naquela modesta cidade de seu país, onde pretendo estabelecer a sede de minha última atividade. Um toque de sua caneta e minha última necessidade será atendida. - Mais uma vez: que a execução de meu trabalho seja a única preocupação da totalidade à qual ele será apresentado e, por outro lado, use a parte decidida para esse fim exclusivamente para aquele que deseja que o cuidado com seu bem-estar seja entregue exclusivamente a seu grande benfeitor. -
Assim, chegarei a Munique no próximo sábado, dia 9 deste mês, a fim de permanecer lá, em completa reclusão, até que o fiel Hofrath Düfflipp seja equipado por sua graciosa decisão para comunicar o decreto correspondente, de acordo com o desejo que expressarei precisamente assim que me comunicar com ele sobre isso, e que de forma alguma exigirá um aumento nos perdões prometidos a mim.
Fiquei profundamente feliz, meu exaltado amigo e benfeitor, por mais uma vez poder captar sua bênção em minha mente e pressioná-la em meu coração da maneira habitual! Como me senti impelido a fazer isso do fundo de minha alma quando, enquanto escrevia um relatório sobre as circunstâncias e destinos relacionados à elaboração de meu grande trabalho sobre os Nibelungos, lembrei-me novamente da única decisão à qual esse trabalho finalmente deve sua existência completa. Em meio a todas as nuvens de neblina, o senhor surge repetidamente como o sol e, com o mais comovente sentimento de gratidão, olho para o senhor para louvar o milagre que brilhou em minha vida tão altamente destinada e, portanto, tão profundamente necessitada.
E mais uma vez você é abençoado por mim e por todas as coisas queridas que chamo de minhas! Ah, se eu soubesse que você é feliz! Esse é o desejo simples, mas tão grande, tão indizivelmente difícil, com o qual me separo de meu adorado benfeitor hoje!




Salve e bênçãos divinas!
Seu 115 Tribschen. eternamente fiel 4 de dezembro de 1871.
Richard Wagner.

Comentários

Postagens mais visitadas deste blog

Richard Wagner: Die deutsche Oper (1834)

Carta a BARON von BIEDENFELD, WEIMAR. Dresden, 17 de janeiro de 1849.

Tradução de Sobre a abertura