Carta a Karl Gaillard. Dresden, January 30, 1844



Dresden, January 30, 1844, to Karl Gaillard in Berlin


Sehr geehrter Herr! Indem ich Ihnen zunächst meinen verbindlichsten Dank für die mir von Ihnen gewidmete so schmeichelhafte Teilnahme ausspreche, gestehe ich Ihnen gern zu, daß ich nicht wenig Gewicht darauf lege, wie eine etwas befremdende Erscheinung, wie die meinige dem Publikum gegenüber wohl zu sein scheint, von der vermittelnden Presse aufgefaßt und dargestellt wird. Wollen Sie nun, wie Sie es gütigst beabsichtigen, einen Teil der Mühe übernehmen, mich und meine künstlerische Richtung durch eine öffentliche Besprechung dem Publikum näher vertraut zu machen, so verpflichten Sie mich dadurch gewiß auf eine ungewöhnliche Weise. Um Ihrem Wünsche aber näher zu entsprechen, hätte ich gern in meiner Untgebung jemand gefunden, der Ihnen das Nötige mitgeteilt hätte: einen dazu Geeigneten kenne ich jedoch nicht, und so muß ich selbst daran gehen, Ihnen die gewünschten Notizen an die Hand zu geben. Am 20. Oktober 1842 kam in Dresden die erste Aufführung meines Rienzi zustande, und zwar mit einem so ungewöhnlichen Erfolge, daß, als auf Verlangen der Dreödener Hoftheaterdirektion zwei Monate darauf auch mein Fliegender Holländer aufgeführt war, ich, der vorher ganz Ungekannte sogleich zum Königl. Kapellmeister ernannt wurde, eine Auszeichnung, die hier noch keinem, selbst C. M. von Weber zuteil geworden war, da jeder um eine solche Stelle sich Bewerbende zuvor ein Jahr zur Probe fungieren
mußte. Die Gerüchte der außerordentlichen Schwierigkeiten der Darstellung des Rienzi, welche beiläufig sehr übertrieben worden sind, haben bis jetzt noch die Aufführung dieser Oper an andern Theatern verzögert; doch wird sie nun in kurzem in Hamburg, und im Herbst d. S. auch in Leipzig zur Darstellung kommen; für Berlin fehlt vorläufig zu dieser Oper noch der Heldentenor. Leichter erschien bis jetzt den Theaterdirektionen die Aufführung meines Fliegenden Holländers; sie ist nun außer in Dresden, in Kassel, Riga und Berlin veranstaltet worden, und in Prag steht sie mit nächstem ebenfalls bevor. Es ist für mich eigentümlich, daß gerade diese schwierige und dem leichten Verständnis durchaus nicht schnell zugängliche Musik, die ich eigentlich nur einem mir bereits befreundeten Publikum bieten sollte, zunächst am weitesten verbreitet worden ist. Diejenigen, die zuerst diese meiner Spern kennen fernen, dürfen leicht über mich in einen Irrtum geraten und glauben, daß die Ausnahme, die ich mir in der ganzen Anordnung dieser Oper, sowohl was den Tert als die Musik betrifft, gestattet habe, mir als eigentliche Regel gelte. Dem ist aber nicht so. Wer daher nur meinen, Fliegenden Holländer tennt, berdenkt mir es meistens, daß ich mir die Terte zu meinen Opern selbst mache; aus den Schwierigkeiten, die ich mir allerdings in diesem Sujet selbst stelle, glaubt man schließen zu müssen, ich sei der Sache nicht gewachsen. Diejenigen, die meinen Rienzi tennen, urteilen anders und behaupten im Gegenteil, ich könnte keinen glücklicheren Tert gefunden haben, als diesen von mir selbst gemachten. Ich bilde mir auf meinen Dichterberuf währlich nichts ein, und gestehe, daß ich nur aus Rotdurft, weil mir keine guten Terte geboten wurden, dazu griff, mir diese selbst zu dichten. Fett aber würde es mir ganz unmöglich sein, ein fremdes Opernbuch zu komponieren, und zwar auch folgendem Grunde: Es ist bei mir nicht der Fall, daß ich irgendeinen beliebigen Stoff wähle, ihn in Verse bringe, und dann darüber nachdenke, wie ich auch eine passende Musik dazu machen wolle; — bei dieser Art des Verfahrens würde ich allerdings dem Übelstande ausgesetzt sein, mich zweimal begeistern zu sollen, was unmöglich ist. Die Art meiner Produktion ist aber anders: — zunächst kann mich kein Stoff anziehen, als nur ein solcher, der sich mir nicht nur in seiner dichterischen, sondern auch in seiner musikalischen Bedeutung zugleich darstellt. Ehe ich dann daran gehe, einen Vers zu machen, ja eine Szene zu entwerfen, bin ich bereits in dem musitalischen Dufte meiner Schäpfung berauscht, ich habe alle Töne, alle charakteristischen Motive im Kopfe, so daß, wenn
dann die Verse fertig und die Szenen geordnet sind, für mich die eigentliche Oper ebenfalls schon fertig ist, und die detaillierte musikalische Behandlung mehr eine ruhige und besonnene Nacharbeit ist, der das Moment des eigentlichen Produzierens bereits vorangegangen ist.  Dazu müssen aber auch nur Stoffe gewählt werden , die keiner anderen Behandlung als nur der musikalischen fähig sind: nie würde ich einen Stoff wählen, der von einem geschickten Theaterdichter ebensogut zum rezitierenden Drama benutzt werden könnte. Als Musiker kann ich aber Stoffe wählen, Situationen und Kontraste erfinden, die dem dramatischen Dichter für das Schauspiel stets fremd bleiben müssen. Hier dürfte also auch der Punkt sein, wo Oper und Drama sich vollkommen scheidet, und beide nebeneinander ruhig ihre Richtung verfolgen können. Wenn es die heutige Aufgabe des dramatischen Dichters ist, die materiellen Interessen unserer Zeit vom moralischen Standpunkte aus zu läutern und zu vergeistigen, so ist dem Operndichter und Komponisten überlassen, die ganze heilige Poesie, wie sie uns aus den Sagen und Geschichten der Vorzeit anweht, in dem ganzen ihr eigenen Dufte hervorzuzaubern, denn die Musik bietet hier das Mittel zu Kombinationen, wie sie dem Dichter allein, zumal unseren Schauspielern gegenüber, nicht zu Gebote stehen. Dies ist der Weg, die Oper zugleich auf einen höheren Standpunkt zu erheben, den wir dadurch erniedrigen, daß wir dem Komponisten zumuten, Alltäglichkeiten, Intrigen usw. seinen Eingebungen zugründe zu legen, welche dem modernen Lust-und Schauspieldichter ohne Musik darzustellen weit besser gelingen. Zu meiner nächsten Oper habe ich die schöne und so eigentümliche Sage von Tannhäuser gewählt, der im Venusberge verweilte und dann zur Buße nach Rom zog; ich habe diese Sage in Verbindung mit dem Sängerkriege auf der Wartburg gebracht, wo Tannhäuser die Stelle des Heinrich von Ofterdingen vertritt: durch diese Verbindung erhalte ich ein reiches dramatisches Leben.— Bei diesem Stoffe, glaube ich, wird es recht klar werden, daß ihn nur ein Musiker behandeln konnte...

Ihr ergebenster Richard Wagner.


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Prezado Senhor, embora eu expresse, em primeiro lugar, meus mais sinceros agradecimentos pela lisonjeira simpatia que me demonstrou, admito prontamente que atribuo considerável importância ao modo como uma aparência um tanto estranha como a minha é concebida e apresentada pela imprensa. Se agora o senhor deseja, como gentilmente pretende, empreender parte do esforço de tornar a mim e à minha direção artística mais familiares ao público por meio de uma discussão pública, certamente estará me impondo uma obrigação incomum. Para atender melhor ao seu desejo, gostaria de ter encontrado alguém em meu círculo que pudesse lhe fornecer as informações necessárias, mas não conheço ninguém adequado para isso e, portanto, devo me encarregar de lhe fornecer os dados solicitados. Em 20 de outubro de 1842, a primeira apresentação de meu Rienzi ocorreu em Dresden, e obteve um sucesso tão extraordinário que, dois meses depois, quando, a pedido da direção do Teatro da Corte de Dresden, meu Holandês Voador também foi apresentado, eu, uma pessoa até então desconhecida, fui imediatamente nomeado Diretor musical [Kapellmeister], uma distinção nunca antes concedida a ninguém aqui, nem mesmo a C. M. von Weber, visto que todo candidato a tal cargo tinha que passar por um ano de estágio prévio. Rumores sobre as extraordinárias dificuldades de encenar Rienzi, que aliás foram muito exagerados, atrasaram até agora a apresentação desta ópera em outros teatros; no entanto, ela será apresentada em breve em Hamburgo e, no outono deste ano, também em Leipzig; por enquanto, para Berlim, um tenor heroico desta ópera em Berlim ainda não foi encontrado. Até agora, a realização cênica do meu Holandês Voador pareceu mais fácil para os diretores de teatro; já foi encenada não apenas em Dresden, mas também em Kassel, Riga e Berlim, e está prestes a ser apresentada em Praga. Parece-me estranho que justamente essa música difícil, de difícil compreensão, que eu deveria oferecer apenas a um público que já me apoia, tenha sido a primeira a ter maior recepção. Aqueles que conhecem essas minhas primeiras obras podem facilmente se enganar a meu respeito e acreditar que a excepcionalidade a qual me permiti em toda a construção desta ópera, tanto em termos da versão teatral quanto da música, é para mim uma regra. Mas não é o caso. Portanto, quem apenas conhece meu Holandês Voador costuma me criticar por eu mesmo ter elaborado os libretos para minhas óperas; pelas dificuldades que me coloquei nesse assunto, sente-se obrigado a concluir que não estou à altura da tarefa.  Já aqueles que conhecem meu Rienzi julgam diferentemente e, ao contrário, afirmam que eu não poderia ter encontrado um libreto mais bem-sucedido do que este que eu mesmo desenvolvi. Eu realmente não me orgulho da minha vocação como poeta e confesso que só recorri à composição do meu próprio libreto por insensatez, porque nenhum libreto bom me foi oferecido. No entanto, seria completamente impossível para mim compor o libreto de ópera de outra pessoa, e pela seguinte razão: não é meu caso escolher qualquer tema, colocá-lo em versos e então pensar em como compor música adequada para ele; com essa abordagem, eu certamente estaria exposto à desvantagem de me inspirar duas vezes, o que é impossível. Mas a natureza da minha produção é diferente: em primeiro lugar, nenhum tema pode me atrair, exceto aquele que se apresenta a mim não apenas em seu significado poético, mas também musical.
Mas a natureza da minha produção é diferente: — em primeiro lugar, nenhum assunto pode me atrair, exceto aquele que se apresenta a mim não apenas em seu significado poético, mas também musical. Antes mesmo de começar a compor um verso, ou mesmo esboçar uma cena[einen Vers zu machen, ja eine Szene zu entwerfen], já estou intoxicado pela fragrância musical da minha criação; tenho todos os sons [alle Töne], todos os motivos característicos [alle charakteristischen Motive] na minha cabeça, de modo que, quando os versos estão finalizados e as cenas [die Szenen geordnet sind] organizadas, a ópera em si também já está finalizada para mim, e o tratamento musical detalhado é mais um trabalho posterior tranquilo e atento, que já foi precedido pelo momento [das Moment] da produção real. Para isso, porém, só devem ser escolhidos temas [Stoffe] que não possam ser tratados de outra forma que não musical: eu nunca escolheria um tema que pudesse ser igualmente bem utilizado por um dramaturgo [Theaterdichter] habilidoso para um drama verbal [rezitierenden Drama]. Como músico, porém, posso escolher temas, inventar situações e contrastes [Situationen und Kontraste] que sempre permanecerão estranhos ao dramaturgo de um espetáculo teatral [die dem dramatischen Dichter für das Schauspiel]. Este, então, pode ser o ponto em que a ópera e o drama divergem completamente, e ambos podem seguir tranquilamente sua própria direção, lado a lado. Se a tarefa atual do poeta dramático [dramatischen Dichters] é purificar e espiritualizar os interesses materiais do nosso tempo de um ponto de vista moral, cabe ao libretista e ao compositor [Operndichter und Komponisten] evocar toda a poesia sagrada[die ganze heilige Poesie], tal como ela nos chega das lendas e histórias da antiguidade, em sua fragrância única. Pois a música oferece aqui os meios para combinações que não estão à disposição apenas do poeta [dem Dichter], especialmente com nossos atores [Schauspielern]. Essa é a maneira de elevar a ópera a uma posição [Standpunkt] mais alta, que rebaixamos ao exigir que o compositor baseie sua inspiração em trivialidades, intrigas [Alltäglichkeiten, Intrigen] etc., as quais o dramaturgo [Schauspieldichter] moderno consegue retratar muito melhor sem música [ohne Musik]. Para minha próxima ópera, escolhi a bela e singular lenda de Tannhäuser, que se hospedou em Venusberg e depois viajou para Roma para fazer penitência. Relacionei essa lenda ao Torneio de trovadores de Wartburg, onde Tannhäuser substitui Heinrich von Ofterdingen: por meio dessa conexão, obtenho uma rica vida dramática. Com este tema, acredito que ficará bem claro que somente um músico poderia lidar com isso...

Seu mais dedicado, Richard Wagner.












Leichter erschien bis jetzt den Theaterdirektionen die Auf-









Ao mesmo tempo em que expresso meus sinceros agradecimentos por sua compreensão gratificante,gostaria de acrescentar que estou muito ciente da maneira como a imprensa mediadora

concebe e apresenta um fenômeno tão estranho como eu pareço ser para o público.

Sua intenção de assumir parte do ônus em seu jornal de familiarizar o

público comigo e com meu ponto de vista artístico certamente me prestaria um grande

serviço. Para atender ao seu desejo, no entanto, eu teria preferido

encontrar alguém por perto que pudesse lhe comunicar tudo o que era

necessário; mas, como não conheço ninguém adequado para tal fim, eu mesmo

comecei a ajudá-lo com as notas que você deseja. Felizmente, isso é

muito facilitado pelo relato da minha própria biografia que Herr Laube redigiu

a partir do meu rascunho e que pode ser encontrado no Zeitung fiir die elegante

Welt nos números 5 e 6 do ano passado, se não me engano. A partir disso, você pode

facilmente reunir tudo o que precisa; vai até o meu retorno da França para




São principalmente as pessoas que conhecem apenas O Holandês Voador que duvidam que eu deva escrever os libretos para minhas próprias óperas. Argumentam que não estou à altura da tarefa devido às dificuldades que certamente criei para mim mesmo neste assunto. Aqueles que conhecem Rienzi, no entanto, julgam o contrário e afirmam que eu não poderia ter encontrado um libreto mais afortunado do que este, feito por mim mesmo. Realmente não tenho a pretensão de ser um poeta e asseguro-lhes que, a princípio, comecei a escrever para mim mesmo por necessidade, visto que não me ofereceram bons libretos. Não poderia agora, contudo, compor sobre o texto operístico de outra pessoa, pelas seguintes razões. Não é meu costume escolher uma história ou outra à vontade, verificá-la e então começar a considerar como fazer música adequada para ela. Para este modo de procedimento, eu precisaria ser inspirado duas vezes, o que é impossível. A maneira como comecei a trabalhar é bem diferente. Em primeiro lugar, sou apenas atraído pela matéria cujo significado poético e musical me impressiona simultaneamente. Antes de começar a escrever um verso, enredo ou cena, já estou inebriado pelo aroma musical do meu tema. Tenho cada nota, cada motivo característico na cabeça, de modo que, quando a versificação estiver completa e as cenas arranjadas, a ópera estará praticamente terminada para mim; o tratamento musical detalhado é apenas um tranquilo pós-trabalho meditativo, tendo o momento real da criação o precedido há muito tempo. Além disso, deve-se selecionar um tema que seja passível apenas de tratamento musical. Eu jamais escolheria um tema que pudesse ser usado igualmente bem por um dramaturgo talentoso para drama falado.




Aqueles, portanto, que me conhecem apenas pelo meu Holandês Voador geralmente me criticam por escrever os textos das minhas óperas, inferindo das dificuldades que encontrei neste enredo que não estou à altura do tema. Aqueles que conhecem meus Rienzi julgam diferentemente e afirmam, ao contrário, que eu não poderia ter encontrado um livro mais feliz do que este que eu mesmo fiz. Realmente não me orgulho de minhas habilidades como poeta e confesso que foi apenas por necessidade, e porque nenhum bom livro me foi oferecido, que me propus a inventá-los eu mesmo. Mas eu não poderia compor um texto estranho a mim pelo seguinte motivo: meu jeito não é selecionar qualquer enredo que eu goste, colocá-lo em versos e então refletir sobre como adicionar música adequada: se eu procedesse dessa maneira, eu me sujeitaria ao inconveniente de ter que me inspirar duas vezes, o que é impossível. A maneira como produzo é diferente: o único tema que pode me atrair é aquele que apresenta possibilidades práticas e musicais. Antes de começar a escrever um verso, ou mesmo a esboçar uma cena, devo primeiro me sentir inebriado pelo aroma musical do meu tema; todos os tons, todos os motivos característicos estão na minha cabeça, de modo que, quando os versos estiverem terminados e as cenas ordenadas, a ópera propriamente dita também estará terminada para mim, e o tratamento musical em detalhes será, antes, um trabalho posterior calmo e ponderado, que precedeu o momento da criação real. Além disso, devem ser escolhidos apenas temas adequados exclusivamente para o tratamento musical:

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