An Freiherrn von Biedenfeld, Weimar. Dresden, 17. Januar 1849. Hochgeehrter Herr! Mit größter Dankbarkeit erkenne ich Ihr freundliches Anerbieten an und bedauere nur, wenn es mir nicht möglich sein sollte, Ihnen die gewünschte Unterstützung dazu geben zu können. Die Arbeit selbst, um die es sich hierbei handelt, ist mir bereits entfremdet, und ich besinne mich nur, daß mir an ihr mein künstlerisches Verfahren erst zum eigentlichen Bewußtsein gekommen ist. Von jeher sträubte ich mich dagegen, den unermeßlichen Apparat von Handlung, Situation und Historie, unterstützt durch die lebhafte Zutat aller irgend vorhandenen Rünste, als Malerei, Plastik, Symnastik usw., lediglich dazu aufgewandt zu sehen, dem Publikum so und so viel schmeichelnde Melodien in das Gedächtnis zu prägen; ich überzeugte mich, daß der einzige, all diesem Aufwande entsprechende Zweck doch nichts Geringeres als das dramatische Kunstwerk selbst sein dürfe und die Oper darin noch über dem Schauspiele stehe, daß sie zu all...
Comentários
Postar um comentário