Wagner, Richard: An Herrn F. Stade, Dr. phil., in: Musikalisches Wochenblatt 2 (1871), Nr. 3 (13. Jan.), S. 33[a]–35[a].
Wagner, Richard: An Herrn F. Stade, Dr. phil., in: Musikalisches Wochenblatt 2 (1871), Nr. 3 (13. Jan.), S. 33[a]–35[a].
An Herrn F. Stade, Dr. phil.Geehrtester Herr!
Für die freundliche Zusendung Ihrer Abhandlung über das „Musikalisch-Schöne“ des Herrn Hanslick in Wien bin ich meinen Dank, so wie eine Antwort auf das werthe Schreiben, mit welchem Sie diese Zusendung begleiteten, bisher Ihnen noch schuldig geblieben. Diese Versäumniss hat sich bis heute hingezogen, wo ich andererseits durch den mir bewährten freundlichen Eifer des Herausgebers des „Musikalischen Wochenblattes“ mich veranlasst fühle, auch diesem meine Erkenntlichkeit zu beweisen, was mir durch einen kleinen Beitrag für sein Blatt am Geeignetsten erzielt scheinen darf. Dieses Zusammentreffen brachte mich nun auf den Gedanken, welchen ich hiermit ausführe, indem ich, was ich auf Ihre freundliche Annäherung etwa zu erwidern haben möchte, in einer öffentlichen Mittheilung an Sie für das Blatt unseres Herrn Fritzsch niederlege, worüber Sie mir, wie ich hoffe, nicht zürnen wollen.
Oft hatte ich mich allerdings dagegen verschworen, in Musikzeitungen zu schreiben, und diess gewiss nicht eigentlich aus Ueberhebung, sondern wirklich des beirrenden Aussehens wegen, welches, wenigstens in meinen Augen, Aufsätze von der einzig mir geläufigen Fassung in einem solchen Blatte annahmen. Während man nämlich, ernstlich genommen, eigentlich gar nicht recht begreift, was über Musik nur geschrieben werden könne, da darüber doch nichts Rechtes zu sagen erscheinen muss, beweisen jene Blätter hingegen recht naiv, wie viel darüber dem Publikum, welches die veröffentlichten |Musikstücke kaufen und die Konzerte dieses oder jenes Virtuosen besuchen soll, zu erklären, vor- und einzureden ist. Wer nun gerade damit nichts zu thun hat, müsste hiervon wohl fernbleiben, da er ersichtlich nicht am Platze ist, und nur zu vielerlei Missverständnissen Anlass geben kann. Aber gerade dieses sonderbare Verhältniss bringt Nöthigungen zu Auseinandersetzungen und Erklärungen über unsere Musikzustände hervor, nämlich bei Denjenigen, welche in jenem praktischen Verkehre der an die Musik sich knüpfenden unmittelbaren Interessen das rechte Wesen der Musik sehr einseitig, oder auch gar nicht ausgedrückt sehen. Da ich gerade diese Nöthigung oftmals empfand, gerieth ich immer wieder in neue Verlegenheit; sobald ich vermeinte, für das mich belebende Interesse dem weit zerstreuten Stande der freien Gebildeten mich mittheilen zu sollen, suchte ich wiederholentlich zu den grossen politischen Journalen Zugang zu erlangen, weil ich dort eben zu Zeiten die Musik nach ihrer allgemeinen Bedeutung in Betracht gezogen fand. Diess fiel mir aber so schwer, dass ich es für ganz unmöglich erkennen musste. Die noch immer nach der wissenschaftlichen und kunst-litterarischen Seite hin besonders sich bemühende Augsburger „Allgemeine Zeitung“ gelang es mir vor einiger Zeit einmal zur Aufnahme eines Aufsatzes, „Erinnerungen an Rossini“ von mir enthaltend, zu bestimmen; weiter wagte ich mich aber nicht, und that daran gewiss sehr recht, da ich neuerdings erfahren musste, dass ich der Redaktion dieses Blattes durch den berühmten Musikdirektor Schletterer in Augsburg, welchem die Leitung der musikalischen Strategie darin übergeben zu sein scheint, nach dem Vorgange des vielleicht noch berühmteren Herrn Chrysander in |Wien, als „kriechend“ und, ich glaube in Anbetracht des von mir bewohnten hübsch eingerichteten Landhauses in der Schweiz, selbst „speichelleckerisch“, jedenfalls aber in einem gewissen Sinne als schauderhaft denunziirt bin, was diese Redaktion bei ihrer bekannten freimännischen und biederen Gesinnung, hätte ich mich abermals ihr zu nähern versucht, voraussichtlich zu einer recht beschämenden Zurückweisung für mich bestimmt haben müsste.
Während mich nun auch anderseitige Erfahrungen stets wieder darüber belehrten, wie sehr verschieden von der mir aufgegangenen Musik die auf unserem grossen litterar-politischen Betriebsmarkte gepflegte Musik sich ausnimmt, bringt die Wahrnehmung anderer Erscheinungen auf dem Gebiete des unmittelbaren musikgeschäftlichen Verkehres mich immer von Neuem auf den gewissermaassen natürlicheren Weg der Befassung mit Musikzeitungen zurück. Unter diesen Erscheinungen stehen für mich Ihre gehaltvollen Aufsätze, geehrtester Herr, welche Sie in zwei Leipziger Musikzeitschriften zu veröffentlichen sich bewogen fanden, als besonders ermuthigend voran, und wirklich haben mich Arbeiten, wie die zunächst hier in Rede stehende über Herrn Hanslick’s musikalische Aesthetik, neuerdings mit Bestimmtheit auf die Ansicht hingeleitet, dass den wichtigen Problemen, welche uns beschäftigen, gewiss nur vom praktischen Boden der eigentlichen Musik aus beizukommen sein wird, demnach auch, was hierfür litterarisch zu wirken ist, in einer Musikzeitung, sollten wir darin oft auch in noch so konfuser Umgebung uns befinden, viel besser als irgend wo anders zur Sprache zu bringen sei. Und hiermit ist mir ein weiterer Blick in die Beschaffenheit der uns berührenden Fragen und ihrer wünschbaren Lösung aufgegangen, worüber ich heute mich Ihnen mitzutheilen mir erlaube. –|
Sehr auffällig tritt nämlich die Musik jetzt in das Stadium der philosophischen Betrachtung, welcher sie unterzogen wird, wobei es uns nicht verwundern darf zu bemerken, dass diese Betrachtung zunächst von Solchen ausgeht, welche der Musik ferne stehen. So lange von Schöngeistern die Frage nach den Ursachen der Wirkung der Musik und ihrer Bedeutung aufgeworfen und untersucht wurde, konnte sich diess sehr wohl von der Macht dieser Wirkung herschreiben, und manches Gute durfte dabei herauskommen, wenn die Untersuchung nichts Anderem als der eigenen Aufklärung hierüber nachging. Da nun aber heutzutage endlich Alles selbst Musik treibt, und nur sehr wenige, desshalb auch mir verehrungswürdig erscheinende Menschen mir vorgekommen sind, welche bekennen, von der Musik nichts zu „verstehen“ und nur Eindrücke von ihr zu empfangen, so fragt es sich, wie jene Beurtheilungen sich ausnehmen, wenn sie von der sonderbaren Gattung der sogenannten Musikkenner ausgehen, welche, ausser ihrem Reden über Musik, durch Nichts uns beweisen können, dass sie selbst nur richtige Eindrücke von ihr empfangen, was sich dem Zweifelnden doch nur dadurch bezeugen liesse, dass sie Musik wenigstens gut zu executiren, wenn |auch nicht zu erfinden, verstünden. Da hat es sich denn nun gezeigt, dass diese konfusen Schwätzer über Musik nicht in den eigentlichen Musikzeitungen sich heimisch befinden, sondern auf einem weit grösseren Markte der Oeffentlichkeit sich ansiedeln, nämlich auf dem politisch-litterarischen, wo man es mit der Musik nicht so genau nimmt, und Geschwätz überhaupt zur Tagesordnung gehört, besonders wenn das von der Oeffentlichkeit eigentlich einzig beachtete, möglichst dem Skandale nahezubringende, rein Persönliche der Künstlerwelt mit gehörigem Freimuth, und, in freisinnigen Zeitungen namentlich, ohne jede Achtung für wahrhafte Leistungen, so recht ohne „Kriecherei“ zum Verkaufe gebracht wird.
Dass auch die philosophische Beurtheilung der Musik von dieser Seite aus betrieben wurde, war beängstigend; aber wirklich geschah es, und mit welchem Erfolge, haben Sie selbst, geehrtester Herr, lebhaft erkannt, da Sie sich bemüssigt fühlten, einer sophistisch-flausenhaften Arbeit, wie der des Herrn Hanslick, eine tief und gründlich eingehende Beachtung zu schenken. Dagegen hat es mich neuerdings nun eben nachdenklich gemacht, nicht nur dergleichen ernste Arbeiten, wie die Ihrige, sondern überhaupt den Ton schicklicher Ernsthaftigkeit in eigentlichen Musikzeitschriften anzutreffen, welchen man auf jenem grossen litterar-politischen Markte so auffällig zu vermissen hat; und namentlich hat es mich zur Erwägung gestimmt, dass hier eine bereitwillige Anerkennung der wirklichen Leistungen als Grundlage für die weitere Beurtheilung sich kundgab, welche wir dort, wo auf der anderen Seite doch Alles nur reales Referat sein sollte, vergebens anzutreffen uns bemühen. Hierdurch hat sich eine Besonnenheit erzeugt, welche dem immer mehr sich bildenden Urtheile einzig zu Statten kommen kann, und somit hat es etwas wahrhaft Rührendes, in einer Musikzeitung, neben dem Betriebe des musikgeschäftlichen Marktes, solche ernste und eindringliche Besprechungen der schwierigsten ästhetischen Probleme, wie sie nur die Musik darbietet, anzutreffen, welche man vergebens in kunst-litterarischen Blättern vom gewichtigsten Anscheine aufsuchen würde.
Es stellt sich somit heraus, dass doch immer nur auf dem eigenen Gebiete die wirklichen Interessen der ihm Angehörigen erwogen werden können, und dass nur Der über eine Sache zu reden habe, der sie als seine eigene anzusehen wirklich berechtigt ist. Von grosser, bisher noch ganz unbekannter Bedeutung dürfte nun aber der Erfolg davon sein, wenn die Musik über sich selbst gewissermaassen zu Worte käme , um auch dem verständlichen Laien diejenigen Aufschlüsse über sich zu geben, die er sich aus seinem eigenen Begriffsmaterial nicht zu gewinnen vermag. Hierdurch würde auf dem Gebiete der Musik im Allgemeinen Das erworben werden, was im Besonderen der Oper zu bewirken bestimmt sein dürfte, wenn sie vom innigsten Centrum der Musik aus auch das eigentliche wahre Drama hervorbrächte. Es müsste nämlich nicht nur nicht unmöglich, sondern sogar sehr natürlich erscheinen, dass |aus der Musik, und zwar aus der Musik, welche offenbar die einzige und höchste Kunsterrungenschaft der neueren Zeit ist, auch ein neues, tieferes und klar sichtendes Urtheil über die Kunst und die weitesten mit ihr verzweigten Interessen überhaupt hervorgehe.
Da ich in Bälde meine Gedanken hierüber noch deutlicher zu fassen beabsichtige, und zwar bei einer mir vorbehaltenen ausführlicheren Besprechung der Bestimmung der Oper, so mögen Ihnen für heute diese Andeutungen genügen, zu denen es mich recht natürlich drängte, als ich Ihnen, geehrtester Herr, über Ihre mir mitgetheilte Arbeit meine Anerkennung ausdrücken wollte. Haben Sie mich freundlich verstanden, so finden Sie diese Anerkennung gewiss auch am Verständlichsten eben hierdurch bezeugt, und somit entgehe ich vielleicht für diesmal dem allerneuestens auch vom pensionirten Kapellmeister H. Dorn in Berlin mir gemachten Vorwurfe der „Speichelleckerei“, welche ich, seiner Meinung nach, bis jetzt zwar nur gegen den König von Bayern ausgeübt haben soll, von der aber am Ende doch zu fürchten stehen dürfte, dass ich sie, zum Verderben der kostbaren Reinheit ihres Urtheiles, auch gegen Rezensenten und Zeitungsschreiber in das Werk setzen könnte, was allerdings zur Zeit von dieser Seite her mir noch nicht so recht hat zur Schuld gegeben werden können. Verzeihen Sie daher die vorsichtige Zurückhaltung, mit welcher ich mich für heute von Ihnen verabschiede, indem ich Sie nur noch ersuche, unseren deutschen Landsleuten mit mir, und zwar nicht bloss aus Patriotismus, sondern weil sie bereits so manches Schlechte haben, alles Gute zum Neujahr zu wünschen. Jedenfalls aber seien Sie der wahren Hochachtung versichert, mit welcher ich verbleibe
Ihr
ergebenerRichard Wagner.Luzern, am Sylvesterabend 1870.
Ao Sr. F. Stade, PhD. Prezado Senhor!
Agradeço-lhe pela gentil entrega de seu tratado sobre a "Beleza Musical" do Sr. Hanslick em Viena, bem como pela resposta à estimada carta que o acompanhou. Essa omissão persistiu até hoje, quando, por outro lado, o comprovado zelo do editor do "Musical Weekly" me obriga a expressar-lhe também minha gratidão, o que me parece mais apropriado fazer por meio de uma pequena contribuição para sua publicação. Essa coincidência me inspirou a, e a desenvolvê-la aqui, apresentar em uma comunicação pública para a publicação do Sr. Fritzsch o que eu gostaria de dizer em resposta à sua gentil abordagem, que espero que não considere inadequada.
... Muitas vezes, porém, jurei nunca mais escrever para revistas de música, e isso certamente não por arrogância, mas sim pela aparência desconcertante que, pelo menos aos meus olhos, os artigos do único formato que eu conhecia assumiam em tais publicações. Embora, falando sério, não se entenda realmente o que pode ser escrito sobre música, já que parece não haver nada verdadeiramente significativo a dizer sobre ela, essas revistas, por outro lado, demonstram, de forma bastante ingênua, o quanto precisa ser explicado, instruído e persuadido ao público, que supostamente compra as peças musicais publicadas e assiste aos concertos deste ou daquele virtuoso. Quem não tem nada a ver com isso provavelmente deveria se manter afastado delas, pois estão claramente fora de lugar e só podem gerar todo tipo de mal-entendidos. Mas é justamente essa relação peculiar que dá origem à necessidade de discussões e explicações sobre o estado da nossa música, principalmente entre aqueles que, na troca prática de interesses imediatos ligados à música, veem a verdadeira essência da música sendo expressa de forma muito unilateral, ou nem sequer sendo expressa. Como frequentemente sentia essa necessidade, repetidamente me encontrava em novas situações complicadas; sempre que me sentia compelido a comunicar meu estimulante interesse à classe dispersa de pessoas livres e instruídas, buscava incessantemente acesso aos principais jornais políticos, pois ali encontrava, por vezes, a música sendo considerada em termos de sua importância geral. Isso se mostrou tão difícil, porém, que tive que reconhecer como praticamente impossível. Há algum tempo, consegui persuadir o jornal "Allgemeine Zeitung" de Augsburg, que ainda se destaca particularmente nas áreas científica e literária, a publicar um artigo meu contendo "Reminiscências de Rossini". Não me atrevi a ir mais longe, e certamente estava certo em fazê-lo, visto que recentemente soube que, seguindo o exemplo do talvez ainda mais famoso Sr. Chrysander, em Viena, fui denunciado aos editores deste jornal pelo famoso diretor musical Schletterer, em Augsburg, a quem parece ter sido confiada a direção da estratégia musical, como "corno" e, creio eu, tendo em conta a elegante casa de campo mobiliada na Suíça onde habito, até mesmo "bajulador", mas, em todo caso, em certo sentido, como abominável. Dada a conhecida disposição liberal e honesta dos editores, se eu tivesse tentado contatá-los novamente, provavelmente teria sofrido uma rejeição verdadeiramente vergonhosa.
Embora outras experiências tenham me mostrado repetidamente o quão diferente é a música cultivada em nosso amplo mercado literário e político da música que passei a apreciar, a observação de outros fenômenos no campo dos negócios musicais diretos sempre me leva de volta ao caminho mais natural de me envolver com revistas de música. Dentre esses fenômenos, seus perspicazes ensaios, estimado senhor, que o senhor se sentiu compelido a publicar em duas revistas de música de Leipzig, destacam-se como particularmente encorajadores. De fato, trabalhos como o que está sendo discutido aqui, sobre a estética musical do Sr. Hanslick, levaram-me recentemente à firme conclusão de que os importantes problemas que nos preocupam certamente só podem ser abordados a partir do terreno prático da própria música. Consequentemente, o que precisa ser feito na literatura a esse respeito pode ser expresso muito melhor em uma revista de música, por mais confuso que o ambiente possa ser dentro dela, do que em qualquer outro lugar. E com isso, obtive uma compreensão mais profunda da natureza das questões que nos preocupam e de sua desejável solução, que me permito compartilhar com o senhor hoje. –|
A música está agora entrando de forma muito perceptível no estágio de investigação filosófica a que está submetida, e não deve nos surpreender observar que essa investigação se origina inicialmente com aqueles que estão muito distantes da música. Enquanto a questão das causas do efeito da música e seu significado tem sido levantada e investigada por estetas, isso poderia muito bem ser explicado pelo poder desse efeito, e muito bem poderia advir disso, desde que a investigação não buscasse nada além de seu próprio esclarecimento. Visto que hoje em dia todos estão finalmente fazendo música por si mesmos, e apenas pouquíssimas pessoas, que por isso admiro, confessaram não "entender" nada sobre música e apenas receber impressões dela, surge a questão de como esses julgamentos se apresentam quando vêm da peculiar espécie dos chamados conhecedores de música, que, além de falar sobre música, não podem nos provar de forma alguma que eles próprios apenas recebem impressões corretas dela, o que só poderia ser demonstrado ao cético pelo fato de que eles ao menos sabem como executar bem a música, mesmo que não saibam como inventá-la. Agora ficou evidente que esses tagarelas confusos sobre música não se sentem em casa nas revistas musicais propriamente ditas, mas sim em uma esfera pública muito mais ampla, a político-literária, onde a música não é levada tão a sério e a conversa fiada reina, especialmente quando os aspectos puramente pessoais do mundo artístico, que são na verdade as únicas coisas às quais o público presta atenção e que são levados ao extremo do escândalo, são vendidos com considerável franqueza e, em jornais liberais em particular, sem qualquer respeito por conquistas genuínas, sem qualquer subserviência.
O fato de a avaliação filosófica da música também ter sido feita sob essa perspectiva era alarmante; mas de fato aconteceu, e com que sucesso, o senhor mesmo, estimado, bem reconheceu, visto que se sentiu compelido a dedicar atenção profunda e minuciosa a uma obra sofisticada e frívola como a do Sr. Hanslick. Por outro lado, recentemente me fez refletir encontrar não apenas obras sérias como a sua, mas também, de modo geral, o tom de seriedade apropriado em revistas de música genuínas, algo que falta tão visivelmente nesse grande cenário literário e político; e isso me levou particularmente a considerar que aqui se evidenciava um reconhecimento voluntário das realizações concretas como base para avaliações posteriores, algo que buscamos em vão onde, por outro lado, tudo é considerado meramente um relato factual. Isso fomentou uma ponderação que só pode beneficiar o discernimento em constante desenvolvimento, e, portanto, é verdadeiramente comovente encontrar, em uma revista de música, em meio à agitação do mercado musical, discussões tão sérias e perspicazes sobre os problemas estéticos mais complexos, como só a música apresenta, que se procuraria em vão até mesmo nas mais prestigiosas revistas de arte e literatura.
Assim, fica claro que os verdadeiros interesses daqueles que pertencem ao próprio campo de atuação só podem ser considerados dentro desse campo, e que somente quem tem o direito de considerar um assunto como seu tem o direito de falar sobre ele. De grande e até então desconhecida importância, contudo, seria o sucesso se a música falasse por si mesma, por assim dizer, a fim de proporcionar até mesmo ao leigo aquelas percepções sobre si mesma que ele não consegue obter de sua própria estrutura conceitual. Isso alcançaria, no campo da música em geral, o que a ópera em particular está destinada a realizar se trouxer à tona, do próprio âmago da música, o verdadeiro drama em si. Pois não só deveria ser possível, como até mesmo natural, que da música — e, de fato, da música, que é evidentemente a única e mais elevada conquista artística dos tempos modernos — emergisse também um novo julgamento, mais profundo e mais criterioso, sobre a arte e a mais ampla gama de interesses a ela relacionados.
Como pretendo desenvolver meus pensamentos sobre este assunto com mais clareza em um futuro próximo, em uma discussão mais detalhada sobre o propósito da ópera, que reservo para mim, estas observações podem bastar por ora. Senti-me compelido a fazê-las, naturalmente, ao desejar expressar meu apreço, caro senhor, pelo trabalho que compartilhou comigo. Se me compreendeu bem, certamente encontrará este apreço demonstrado com maior clareza por esta declaração, e assim poderei, por enquanto, escapar da mais recente acusação de "bajulação" que me foi dirigida pelo maestro aposentado H. Dorn, em Berlim. Segundo ele, até agora só supostamente exerci essa bajulação contra o Rei da Baviera, mas ele teme que eu possa, em última instância, estendê-la, em detrimento da preciosa pureza de seu julgamento, também a críticos e jornalistas. Contudo, por ora, essa acusação não me foi feita com tanta facilidade. Portanto, peço que me perdoem a cautela com que me despeço hoje, em que simplesmente peço que se juntem a mim para desejar aos nossos compatriotas alemães um Feliz Ano Novo, não apenas por patriotismo, mas porque eles já sofreram tanto. De qualquer forma, saibam do meu sincero respeito, com o qual me despeço:
Atenciosamente,
Richard Wagner. Lucerna, Véspera de Ano Novo de 1870.
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