Wagner, Richard: Vorwort. [*Zur Herausgabe der Dichtung „Der Ring des Nibelungen“], 1863
Wagner, Richard: Vorwort. [*Zur Herausgabe der Dichtung „Der Ring des Nibelungen“], in: Der Ring des Nibelungen. Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend, Leipzig: J. J. Weber, 1863, S. V–XXIV.
Vorwort.[Zur Herausgabe der Dichtung „Der Ring des Nibelungen“]
Meinen näheren Freunden, denen ich schon vor nun bald zehn Jahren die vorliegende Dichtung mittheilte, blieb zugleich nicht unbekannt, welche Vorstellung ich mir von der Möglichkeit einer vollständigen musikalisch-dramatischen Aufführung derselben machte. Da ich sie noch fest halte, und ein wirkliches Gelingen des Unternehmens, sobald es durch ausreichende materielle Unterstützung in das Werk zu setzen wäre, zu bezweifeln noch nicht gelernt habe, sei mein Plan, mit der Veröffentlichung des Gedichtes, nun auch weiteren Kreisen mitgetheilt. –
Es kam hierbei vor Allem mir darauf an, eine solche Aufführung als frei von den Einwirkungen des Repertoirganges unsrer stehenden |Theater mir zu denken. Demnach hatte ich eine der minder großen Städte Deutschlands, günstig gelegen, und zur Aufnahme außerordentlicher Gäste geeignet, anzunehmen, namentlich eine solche, in welcher mit einem größeren stehenden Theater nicht zu collidiren, somit auch einem großstädtischen eigentlichen Theaterpublikum und seinen Gewohnheiten, nicht gegenüber zu treten wäre. Hier sollte nun ein provisorisches Theater, so einfach wie möglich, vielleicht bloß aus Holz, und nur auf künstlerische Zweckmäßigkeit des Innern berechnet, aufgerichtet werden; einen Plan hierzu, mit amphitheatralischer Einrichtung für das Publikum, und dem großen Vortheile der Unsichtbarmachung des Orchesters, hatte ich mit einem erfahrenen, geistvollen Architekten in Besprechung gezogen. – Hierher sollten nun, etwa in den ersten Frühlingsmonaten, aus den Personalen der deutschen Operntheater ausgewählte, vorzüglichste dramatische Sänger berufen werden, um, ununterbrochen durch jede anderartige künstlerische Beschäftigung, das von mir verfaßte mehrtheilige Bühnenwerk sich einzuüben. – Das deutsche Publikum aber sollte eingeladen werden, |zu den festgesetzten Tagen der Aufführungen, von denen ich etwa drei im Ganzen annahm, sich einzufinden, indem diese Aufführungen, wie bereits unsre großen Musikfeste, nicht einem partiellen städtischen Publikum, sondern allen Freunden der Kunst, nah und fern, geboten sein sollten. Eine vollständige Aufführung des vorliegenden dramatischen Gedichtes sollte, im vollen Sommer, an einem Vorabende das „Rheingold“, und an drei folgenden Abenden die Hauptstücke „Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“, zur Darstellung bringen.
Die Vortheile, welche sich aus einer solchen Veranstaltung erstlich für die Aufführung selbst ergeben würden, schienen mir folgende. – In künstlerisch praktischer Hinsicht dünkte mich zunächst eine wirklich gelingende Aufführung eben nur auf diesem Wege selbst möglich . Bei der vollkommenen Styllosigkeit der deutschen Oper, und der fast grotesken Incorrectheit ihrer Leistungen, ist die Hoffnung, an einem Haupttheater für höhere Aufgaben geübte Kunstmittel corporativ anzutreffen, nicht zu fassen: der Autor, der auf diesem verwahrlosten öffentlichen Kunstgebiete |eine ernstlich gemeinte, höhere Aufgabe zu stellen gedenkt, trifft zu seiner Unterstützung nichts an, als das wirkliche Talent einzelner Sänger, welche, in keiner Schule unterrichtet, durch keinen Styl für die Darstellung geleitet, hie und da, selten – denn das Talent der Deutschen hierfür ist im Ganzen gering – und gänzlich sich selbst überlassen, vorkommen. Was daher kein einzelnes Theater bieten kann, vermögte, glücklichen Falls, nur eine Vereinigung zerstreuter Kräfte, welche für eine gewisse Zeit, auf einen bestimmten Punkt, zusammengerufen würden. – Hier würde diesen Künstlern zunächst es von Nutzen sein, daß sie eine Zeitlang nur mit Einer Aufgabe sich zu befassen hätten, deren Eigenthümlichkeit ihnen um so schneller und bestimmter aufgehen würde, als sie durch keine hiervon abziehende Ausübung ihrer gewohnten Opernarbeit in diesem Studium unterbrochen wären. Der Erfolg dieser Zusammenfassung ihrer geistigen Kräfte auf Einen Styl und Eine Aufgabe, ist allein nicht hoch genug anzuschlagen, wenn man erwägt, wie wenig Erfolg von solchem Studium unter den gewöhnlichen Verhältnissen zu erwar|ten wäre, wo z. B. derselbe Sänger, der Abends zuvor in einer schlecht übersetzten neueren italienischen Oper sang, Tag’s darauf den „Wotan“ oder „Siegfried“ sich einüben soll. Außerdem führte diese Methode aber auch zu dem praktischen Ergebnisse, daß auf das Einüben eine verhältnißmäßig weit kürzere Zeit, als dieß im Geleise einer gemeinen Repertoirthätigkeit möglich sein könnte, zu verwenden wäre: was wiederum dem Flusse des Studium’s sehr zu Statten käme.
Würde somit auf diese Weise eine ernste charakteristische Wiedergabe der Rollen meines Drama’s durch die ausgewählten besten Talente einzig ermöglicht, so würde, eben durch das Isolirte des Studium’s und der Aufführung, zugleich auch die scenisch decorative Darstellung einzig gut und entsprechend zu erzielen sein. Betrachten wir, welch vollendete Leistungen dieser Art den Pariser und Londoner Theatern gelingen, so erklären wir uns dieß zunächst, und fast einzig, aus dem günstigen Umstande, daß die Bühne den Malern und Maschinisten längere Zeit einzig für das Stück, welches sie auszustatten |haben, zu Gebote steht; daß sie somit Einrichtungen gewisser complizirter Art treffen können, welche da unmöglich sind, wo täglich die Theaterstücke wechseln, von welchen jedes dann eben nur nothdürftig bis zur künstlerischen Unanständigkeit scenisch dargestellt werden kann. Die von mir gedachte scenische Einrichtung meines „Rheingolds“ ist z. B. für ein Theater von so wechselndem Repertoir, wie das deutsche, gar nicht zu begreifen, während sie, unter den von mir bezeichneten günstigen Umständen, dem Decorationsmaler und Maschinisten gerade die erwünschteste Gelegenheit bietet, ihre Kunst als eine wirkliche Kunst zu zeigen.
Zur Vollendung des Eindruckes einer solchermaaßen vorbereiteten Aufführung, würde ich dann noch besonders die Unsichtbarkeit des Orchesters, wie sie durch eine, bei amphitheatralischer Anlage des Zuschauerraumes mögliche, architectonische Täuschung zu bewerkstelligen wäre, von großem Werthe halten. Jedem wird die Wichtigkeit hiervon einleuchten, der mit der Absicht, den wirklichen Eindruck einer dramatischen Kunstleistung zu gewinnen, unsren Opernauf|führungen beiwohnt, und durch den unerläßlichen Anblick der mechanischen Hülfsbewegungen beim Vortrage der Musiker und ihrer Leitung, unwillkürlich zum Augenzeugen technischer Evolutionen gemacht wird, die ihm durchaus verborgen bleiben sollten, fast eben so wehsam, als die Fäden, Schnüre, Leisten und Breter der Theaterdecorationen, welche, aus den Coulissen betrachtet, einen bekanntlich alle Täuschung störenden Eindruck machen. Hat man nun je erfahren, welchen verklärten, reinen, von jeder Beimischung des, zur Hervorbringung des Tones den Instrumentisten unerläßlichen, außermusikalischen Geräusches befreiten Klang ein Orchester bietet, welches man durch eine akustische Schallwand hindurch hört, und vergegenwärtigt man sich nun, in welche vortheilhafte Stellung der Sänger zum Zuhörer tritt, wenn er diesem gleichsam unmittelbar gegenüber steht, so hätten wir hieraus nur noch auf das leichtere Verständniß auch seiner Aussprache zu schließen, um zu der vortheilhaftesten Ansicht über den Erfolg der von mir gemeinten akustisch-architektonischen Anordnung zu gelangen. Nur aber in dem von mir ge|dachten Falle eines eigens hierzu construirten provisorischen Theatergebäudes würde diese Vorrichtung zu ermöglichen sein.
Eben so wichtig, wie für die Aufführung selbst, müßte, meinem Erachten nach, nun aber der Erfolg einer solchen Aufführung hinsichtlich ihres Eindruckes auf das Publikum sein. – Bisher gewohnt, als Glied des stehenden Opernpublikum’s einer Stadt in den höchst bedenklichen Vorführungen dieses zweideutigen Kunstgenre’s eine gedankenlose Zerstreuung zu suchen, und dasjenige, was ihm diesen Dienst nicht leistete, anforderungsvoll zurückzuweisen, würde der Zuhörer unsrer Festaufführung plötzlich in ein ganz anderes Verhältniß zu dem ihm Gebotenen treten. Klar und bestimmt davon unterrichtet, was es sich diesmal und hier zu erwarten habe, würde unser Publikum aus von näher und ferner her öffentlich Eingeladenen bestehen, welche nach dem gastlichen Ort der Aufführung reisen, und hier zusammenkommen, eben um den Eindruck unsrer Aufführungen zu empfangen. Im vollen Sommer wäre für Jeden dieser Besuch zugleich mit einem erfrischenden Ausfluge |verbunden, auf welchem er, mit Recht, zunächst sich von den Sorgen seiner Alltagsgeschäfte zu zerstreuen suchen soll. Statt daß er, wie sonst, nach mühsam am Comptoir, am Büreau, im Arbeitscabinet oder in sonst welcher Berufsthätigkeit, hingequältem Tage, des Abends die einseitig angespannten Geisteskräfte wie aus ihrem Krampfe loszulassen, nämlich sich zu zerstreuen sucht, und deshalb, je nach Geschmack, eben oberflächliche Unterhaltung ihm wohlthätig dünken muß, wird er diesmal sich am Tage zerstreuen, um nun, bei eintretender Dämmerung, sich zu sammeln: und das Zeichen zum Beginn der Festaufführung wird ihn hierzu einladen. So, mit frischen, leicht anzuregenden Kräften, wird ihn der erste mystische Klang des unsichtbaren Orchesters zu der Andacht stimmen, ohne die kein wirklicher Kunsteindruck möglich ist. In seinem eigenen Begehren erfaßt, wird er willig folgen, und schnell wird ihm ein Verständniß aufgehen, welches ihm bisher fremd bleiben, ja unmöglich sein mußte. Da, wo er sonst mit ermüdetem Hirn, zerstreuungssüchtig angelangt, neue Anspannung, und somit schmerzliche Ueber|spannung finden mußte, wo er deshalb bald über Länge, bald über zu großen Ernst, und endlich völlige Unverständlichkeit zu klagen hatte, wird er jetzt zu dem wohlthätigen Gefühle der leichten Thätigkeit eines bisher ungekannten Auffassungsvermögens gelangen, welches ihn mit neuer Wärme erfüllt, und ihm das Licht entzündet, in welchem er deutlich Dinge gewahrt, von denen er zuvor keine Ahnung hatte. – Da wir hier zu einem Feste versammelt sind, und dieses heute ein Bühnen-Fest, nicht ein Eß- oder Trink-Fest ist, so könnte außerdem, wie dort Musik und Rede zur Stärkung der Eß- und Trinklust in Pausen verwendet wurden, diesmal in den leicht zu verlängernden Zwischenakten jede mögliche Erfrischung, wie ich annehme – in sommerlich freier Abendluft, füglich mit zur Oekonomie der Geistesthätigkeits-Entwickelung verwendet werden. –
Bezeichnete ich hiermit im Wesentlichen das Charakteristische des Unterschiedes der von mir gemeinten Festaufführung von den gewöhnlichen großstädtischen Opernaufführungen, und konnte ich flüchtig die überraschenden Vortheile der von |mir geforderten Veranstaltungen für das auszeichnende Gelingen dieser Aufführung nachweisen, so gestatte ich mir aber noch diejenigen Wirkungen auf das Allgemeine, und auf die musikalisch-theatralische Kunst im Besonderen , anzudeuten, welche unausbleiblich aus solchen Aufführungen sich ergeben würden.
Wenn „Faust“ das „im Anfang war das Wort “ des Evangelisten schließlich als „im Anfang war die That “ festgestellt wissen will, so scheint die gültige Lösung eines Kunstproblem’s einzig nur auf diesem Wege der That zu ermitteln zu sein. Den Eindruck eines Bühnenfestspieles in der von mir bezeichneten Aufführungsweise können wir nicht hoch genug anschlagen, wenn wir vergleichsweise von bereits erlebten Wirkungen anderer ausgezeichneter Leistungen weiter schließen. Es ist mir selbst oft die Versicherung gegeben worden, daß z. B. die Anhörung einer vorzüglichen Aufführung meines „Lohengrin“ eine gänzliche Umkehr des Geschmackes und der Neigung in Einzelnen hervorgerufen habe, und gewiß ist es, daß der kunstsinnige damalige Director des Wiener Hofoperntheaters, der nur |mit großer Beschwerde die Aufführung dieser Oper ermöglicht hatte, durch den glücklichen Erfolg derselben sich nun ermuthigt sah, ernstere und inhaltsvollere Werke des Operngenre’s, welche bereits längst vor dem verweichlichten Geschmacke des Publikum’s verschwunden waren, mit Aussicht auf Erfolg wieder vorzuführen. – Wollen wir nun aber in der Schätzung jener beabsichtigten Wirkung (welche ich mir hier durchaus nur als der Vorzüglichkeit und Correktheit der Aufführung zugeschrieben denke) uns für jetzt nicht in das Weite verlieren, so fassen wir dagegen nur dieses Eine in das Auge, welcher Art die Stimmung und das Urtheil, den früher gewohnten Leistungen gegenüber, nun bei den wieder zurückkehrenden Künstlern, so wie den sie begleitenden Zuhörern, sein werden. Bin ich im Ganzen auch nicht geneigt, mir zu große Erwartungen von der Andauer ungewöhnlich erregter Stimmungen zu machen, so dürfte doch aber wohl mit Sicherheit anzunehmen sein, daß unsre Darsteller nun nicht ganz wieder in das Geleis ihrer vorigen Gewohnheiten zurückfallen könnten, und dieß um so weniger, wenn sie ihre außer|gewöhnlichen Leistungen auch außergewöhnlich aufgenommen sahen, und wenn wir überhaupt die Annahme festhalten, daß wir uns eben blos die wirklichen strebsamen Talente, denen gerade nur die fördernde Uebung und Richtung fehlte, auswählten. Aber wir müssen auch annehmen, daß unsren Festaufführungen die artistischen Vorstände, und viele Künstler selbst, der übrigen deutschen Theater, schon aus bloßer Neugierde, beiwohnten: Alle sahenund hörten nun einmal mit Augen und Ohren, was durch irgend welche Demonstration ihnen nie deutlich zu machen sein würde; sie empfingen unmittelbar den Eindruck einer scenischen Darstellung, in welcher Musik und poetische Handlung, in allen kleinsten Theilen, zu einem einheitlichen Ganzen geworden waren. Und eben hiervon erfuhren sie auch die Wirkung auf das Publikum, wie auf sich selbst. Unmöglich könnte diese Erfahrung für ihre weiteren eigenen Leistungen gänzlich ohne Einfluß bleiben. Wahrscheinlich würde man zunächst hier und dort, namentlich auf den reicher ausgestatteten Theatern, zu dem Versuche schreiten, anfänglich Theile, endlich das Ganze jener Auffüh|rungen, nun bei sich zu wiederholen: selbst die unvollkommenere Reproduction würde jetzt, mit dem bei jenen großen Originalaufführungen erlangten Verständnisse, sich äußerst vortheilhaft vor den sonst üblichen Leistungen der gleichen Theater auszeichnen. Schon hieraus könnten sich die Ansätze zu einem wirklich deutschen Styl für musikalisch-dramatische Aufführung bilden, von denen gegenwärtig noch keine Spur vorhanden ist.
Diese glücklichen, anfänglich aber doch wohl nur noch schwächlichen, oft vielleicht verwirrten und unklaren Wirkungen zu kräftigen und vor allmählichem gänzlichem Verlöschen zu behüten, wäre dann das sicherste Mittel, Wiederholungen der großen Originalaufführungen selbst zu veranstalten. Sie müßten zunächst, je nach Umständen, ein-, zwei- oder auch drei-jährig etwa wiederholt werden, und die ausschlaggebende Veranlassung hierzu würde sein, wenn ein neues Originalwerk ähnlichen Styles, oder überhaupt der Auszeichnung solcher Aufführung werth erscheinend, geschaffen worden wäre. – Hiermit hinge demnach eine Preisausschreibung für das beste musikalisch-dramatische Werk zusammen und |der Preis würde in nichts anderem bestehen, als in der Bestimmung zu der auszeichnenden Aufführung an den Festtagen. Die Form des Werkes würde die jedesmalige Norm der Aufführung bestimmen: ein Werk, welches an einem Abende allein aufgeführt werden kann, würde, seiner geringeren Darstellungskosten wegen, etwa für jährlich wiederkehrende Feste genügen, während ausgedehntere, wie mein gegenwärtiges Bühnenfestspiel, für seltener wiederkehrende Perioden bestimmt blieben. – –
Die deutsche Nation rühmt sich soviel Ernst, Tiefe und Ursprünglichkeit nach, daß ihr nach dieser einen Seite hin, wo sie, wie eben in Musik und Poesie, sich wirklich an die Spitze des europäischen Völkerreigens gestellt hat, nur eine formgebende Institution zu geben nöthig erscheint, um zu erkennen, ob sie wirklich jenen Ruhm verdiene. Eine Institution, wie ich sie für die Pflege der bezeichneten Musteraufführungen im Sinne habe, wäre aber an sich schon vollkommen dem deutschen Wesen entsprechend, welches sich gern in seine Bestandtheile scheidet, um den Genuß der Wiedervereinigung sich als |Hochgefühl seiner selbst periodisch zu verschaffen. Besser als unfruchtbare, gänzlich undeutsche, akademische Institutionen, könnte sie mit allem Bestehenden füglich Hand in Hand gehen; aus den besten Kräften desselben würde sie sich eben nur ernähren, um diese Kräfte selbst andauernd zu veredeln und sie zu wahrem Selbstgefühle zu stählen.
Endlich aber hätten wir so die Aussicht, das Eigenthümlichste und Gelungenste des deutschen Geistes jährlich in einem – wenn möglich – neuen Werke besonderer, uns wesentlich angehörender Gattung, hervorgebracht zu sehen; und endlich träte so der Zeitpunkt ein, wo, wenigstens in einem höchst bedeutungsvollen Kunstzweige, der Deutsche dadurch anfinge national zu sein, daß er zunächst original würde, – ein Vorzug, den leider der Italiener und Franzose längst vor ihm voraus hat. –
Ein so bedeutendes und erfolgreiches Ergebniß habe ich fürwahr im Auge, wenn ich zunächst an die Beschaffung der Mittel zu einer ersten Aufführung des vorliegenden „Bühnenfestspieles“ denke. Da ich Erfahrung und Fähig|keit genug besitze, um den artistischen Theil einer solchen Aufführung zum Gelingen zu bringen, so könnte es sich nur um die Beschaffung der materiellen Mittel dazu handeln.
Mir stellen sich zwei Wege dar.
Eine Vereinigung kunstliebender vermögender Männer und Frauen, zunächst zur Aufbringung der für eine erste Aufführung meines Werkes nöthigen Geldmittel. – Bedenke ich, wie kleinlich die Deutschen gewöhnlich in solchen Dingen verfahren, so habe ich nicht den Muth, von einem hierzu zu erlassenden Aufrufe mir Erfolg zu versprechen.
Sehr leicht fiele es dagegen einem deutschen Fürsten, der hierfür keinen neuen Satz auf seinem Budget zu beschaffen, sondern einfach nur denjenigen zu verwenden hätte, welchen er bisher zur Unterhaltung des schlechtesten öffentlichen Kunstinstitutes, seines, den Musiksinn der Deutschen so tief bloßstellenden und verderbenden, Operntheaters bestimmte. Wenn in seiner Residenz die allabendlichen Theaterbesucher durchaus das zerstreuende Labsal einer modernen Opernaufführung sich fortzuerhalten verlangten, so |würde der von mir gedachte Fürst gern ihnen diese Unterhaltung zu lassen haben, nur nicht für seine Rechnung: denn Alles möge er glauben bisher durch seine der Oper zugewandte Munificenz patronisirt zu haben, nur weder die Musik noch das Drama, sondern eben die allen deutschen Sinn für Musik wie Drama gröblich beleidigende – Oper.
Nachdem ich ihm dagegen gezeigt habe, welcher ganz ungemeine Einfluß auf die Moralität eines bisher uns herabwürdigenden Kunstgenre’s, welche Schöpfung eigenthümlichster deutscher Art ihm hierdurch ermöglicht werden müßte, würde er von seinem jährlichen Budget nur die auf Unterhaltung der Oper in seiner Residenz verwandte Summe bei Seite legen, und sie, wenn ausreichend, zu alljährlichen, wenn nicht, sie combinirend, zu zwei- oder dreijährig sich wiederholenden Festaufführungen der bezeichneten Art bestimmen, und somit eine Stiftung gründen, die ihm einen unberechenbaren Einfluß auf den deutschen Kunstgeschmack, auf die Entwickelung des deutschen Kunstgenie’s, auf die Bildung eines wahrhaften, nicht dünkelhaften |nationalen Geistes, seinem Namen aber unvergänglichen Ruhm gewinnen müßte. –
Wird dieser Fürst sich finden? –
„Im Anfang war die That.“
In Erwartung dieser That fühlt der Autor sich gedrungen, auf einen Anfang durch das „Wort,“ und zwar recht eigentlich das Wort, ohne Ton, ja ohne Klang, eben nur das durch Typen hervorgebrachte Wort zu denken, indem er sich entschließt, sein Gedicht, als solches, dem größeren Publikum zu übergeben. Gerathe ich hiermit allerdings in Widerspruch mit meinem früheren Wunsche, nur das vollendete Ganze, wozu die Musik und die scenische Aufführung eben unerläßlich, vorzuführen, so bekenne ich gern, durch Geduld und Erwartung endlich ermüdet zu sein. Ich hoffe nicht mehr, die Aufführung meines Bühnenfestspieles zu erleben: darf ich ja kaum hoffen, noch Muße und Lust zur Vollendung der musikalischen Composition zu finden. Somit übergebe ich wirklich ein bloßes dramatisches Gedicht, ein poetisches Literaturprodukt der bücherlesenden Oeffentlich|keit. Schon von dieser es beachtet zu sehen dürfte mir nicht leicht fallen, da es keinen eigentlichen Markt hat. Der Literat legt den „Operntext“ bei Seite, weil er nur den Musiker angehe; der Musiker, weil er nicht begreift, wie dieser Operntext componirt werden solle. Das eigentliche Publikum, das sich so gern und willig für mich entschied, verlangt die „That.“
Die steht leider nicht in meiner Macht!
Wien, im April 1863.Richard Wagner
Prefácio.
[Sobre a publicação do poema "O Anel do Nibelungo"]
Meus amigos mais próximos, com quem compartilhei este poema há quase dez anos, já conheciam minha visão para uma apresentação musical-dramática completa. Como ainda mantenho essa visão firmemente, e ainda não comecei a duvidar do sucesso do projeto, desde que haja apoio financeiro suficiente, estou agora compartilhando meu plano com um público mais amplo por meio da publicação do poema.
Era de suma importância para mim conceber tal apresentação livre das restrições do repertório estabelecido de nossos teatros. Assim, escolhi uma das cidades menores da Alemanha, convenientemente localizada e adequada para acomodar convidados extraordinários, especificamente uma onde não houvesse conflito com um teatro maior e já estabelecido, e, portanto, nenhuma necessidade de encontrar um público típico de teatro urbano e seus costumes. Ali, um teatro temporário, o mais simples possível, talvez feito inteiramente de madeira, e projetado exclusivamente para o propósito artístico de seu interior, seria erguido. Eu havia discutido um plano para isso, com uma disposição de assentos em estilo anfiteatro para o público e a grande vantagem de ocultar a orquestra, com um arquiteto experiente e engenhoso. Ali, por volta dos primeiros meses da primavera, os cantores dramáticos mais destacados, selecionados do corpo de baile das casas de ópera alemãs, seriam convocados para ensaiar minha obra cênica em várias partes, sem interrupção de quaisquer outras atividades artísticas. O público alemão, no entanto, seria convidado a assistir às apresentações programadas, das quais eu previa cerca de três no total, já que essas apresentações, como nossos principais festivais de música, não se destinavam a um público urbano restrito, mas a todos os amantes das artes, perto e longe. Uma apresentação completa do presente poema dramático deveria, no auge do verão, incluir "Das Rheingold" em uma noite anterior à apresentação principal, e as três noites seguintes apresentando as peças principais "Die Walküre", "Siegfried" e "Götterdämmerung".
As vantagens que tal evento ofereceria, em primeiro lugar para a própria apresentação, pareceram-me as seguintes: do ponto de vista artístico e prático, pareceu-me que uma apresentação verdadeiramente bem-sucedida só seria possível desta forma. Dada a completa falta de estilo na ópera alemã e a incorreção quase grotesca de suas interpretações, a esperança de encontrar, em um grande teatro, um corpo coletivo de recursos artísticos treinados para tarefas mais elevadas é inconcebível: o autor que pretende atribuir uma tarefa séria e elevada a essa forma de arte pública negligenciada não encontra nada que o apoie além do talento genuíno de cantores individuais que, sem formação em nenhuma escola, sem serem guiados por nenhum estilo de interpretação, aparecem aqui e ali, raramente – pois o talento dos alemães nessa área é geralmente escasso – e totalmente deixados à própria sorte. O que nenhum teatro individual pode oferecer, portanto, só poderia, na melhor das hipóteses, ser alcançado por uma união de forças díspares, reunidas por um determinado período de tempo, para um propósito específico. Aqui, seria inicialmente vantajoso para esses artistas poderem se dedicar a uma única tarefa por um período de tempo, cujas características únicas se tornariam evidentes para eles com mais rapidez e clareza, pois seus estudos não seriam interrompidos por nenhuma atividade que os distraísse em seu repertório operístico habitual. O sucesso dessa concentração de suas capacidades intelectuais em um único estilo e uma única tarefa não pode ser subestimado, especialmente quando se considera o pouco sucesso que se pode esperar de tais estudos em circunstâncias normais, onde, por exemplo, espera-se que o mesmo cantor que cantou em uma ópera italiana moderna mal traduzida na noite anterior aprenda "Wotan" ou "Siegfried" no dia seguinte. Além disso, esse método também leva ao resultado prático de que seria necessário um tempo consideravelmente menor para os ensaios do que seria possível na rotina do trabalho com o repertório habitual: o que, por sua vez, beneficiaria muito o andamento dos estudos.
O sucesso dessa concentração de suas capacidades intelectuais em um único estilo e uma única tarefa não pode ser subestimado, especialmente quando se considera o pouco sucesso que se pode esperar de tais estudos em circunstâncias normais. Se, dessa forma, uma representação séria e característica dos papéis em meu drama fosse possível apenas pela seleção dos melhores talentos, então, precisamente pela natureza isolada do estudo e da atuação, a apresentação cênica decorativa também seria excepcionalmente boa e adequadamente alcançável. Se considerarmos as conquistas consumadas desse tipo alcançadas pelos teatros parisiense e londrino, podemos explicar isso principalmente, e quase exclusivamente, pela circunstância favorável de o palco estar disponível para os pintores e cenógrafos por um longo período, exclusivamente para a peça que irão conceber; que eles podem, assim, criar arranjos de certa complexidade, impossíveis quando as peças mudam diariamente, cada uma das quais só pode ser apresentada cenográfica de maneira improvisada, beirando a indecência artística. A disposição cênica que idealizei para o meu "Rheingold" é... Por exemplo, para um teatro com um repertório tão variado quanto o alemão, isso é incompreensível, enquanto que, sob as circunstâncias favoráveis que descrevi, oferece ao pintor de cenários e ao maquinista precisamente a oportunidade mais desejável para mostrar sua arte como uma verdadeira arte.
Para completar a impressão de uma apresentação tão meticulosamente preparada, considero de particular valor a invisibilidade da orquestra, algo que poderia ser alcançado por meio de uma ilusão arquitetônica possível com um auditório em formato de anfiteatro. A importância disso será óbvia para qualquer pessoa que assista às nossas óperas com a intenção de obter uma verdadeira impressão de uma conquista artística dramática e que, pela inevitável visão dos recursos mecânicos utilizados na performance dos músicos e na regência, se torna involuntariamente testemunha de evoluções técnicas que deveriam permanecer totalmente ocultas — quase tão dolorosamente quanto os fios, cordas, tiras e painéis do cenário teatral que, vistos das coxias, notoriamente destroem toda a ilusão. Se alguém já experimentou o som puro e transfigurado — livre de qualquer ruído externo essencial à capacidade dos instrumentistas de produzir o timbre — oferecido por uma orquestra ouvida através de um painel acústico, e se considerarmos a posição vantajosa que o cantor assume em relação ao ouvinte ao ficar, por assim dizer, diretamente em frente a ele, então bastaria concluir que sua dicção também seria mais fácil de entender, para chegarmos à visão mais favorável do sucesso do arranjo acústico-arquitetônico que imagino. Contudo, esse arranjo só seria possível no caso de um edifício teatral temporário construído especificamente para esse fim.
Na minha opinião, o sucesso de tal apresentação, em termos de seu impacto sobre o público, seria tão importante quanto a própria apresentação. — Anteriormente acostumados, como membros do público regular de ópera de uma cidade, a buscar entretenimento superficial nas apresentações altamente questionáveis dessa forma de arte ambígua, e a exigir a rejeição de tudo que não lhes proporcionasse esse serviço, os ouvintes da nossa apresentação no festival entrariam repentinamente em uma relação completamente diferente com o que lhes fosse oferecido. Claramente e definitivamente informados sobre o que esperar desta vez e aqui, nosso público será composto por convidados de perto e de longe, que viajam até o acolhedor local da apresentação e se reúnem aqui precisamente para vivenciar o impacto de nossas produções. No auge do verão, esta visita será combinada para todos com um passeio revigorante, no qual deverão, com toda a razão, buscar se distrair das preocupações do dia a dia. Em vez de, como de costume, após um dia de trabalho árduo no escritório, no estudo ou em alguma outra atividade profissional, tentar liberar suas energias mentais unilateralmente desgastadas à noite, como se as libertasse de uma cãibra, ou seja, buscando distração e, portanto, dependendo de seu gosto, encontrando até mesmo entretenimento superficial benéfico, desta vez eles se distrairão durante o dia para se revigorarem ao entardecer: e o sinal para o início da festiva apresentação os convidará a fazê-lo. Assim, com energias renovadas e facilmente estimuladas, o primeiro som místico da orquestra invisível os sintonizará com a devoção sem a qual nenhuma verdadeira impressão artística é possível. Dominado pelo próprio desejo, ele o seguirá de bom grado, e rapidamente uma compreensão lhe surgirá, uma compreensão que até então lhe era estranha, aliás, impossível. Onde antes chegava com a mente cansada, ávida por distração, apenas para encontrar nova tensão e, portanto, um esforço excessivo e doloroso, onde, por isso, tinha que se queixar ora da extensão do texto, ora da seriedade excessiva, e finalmente da completa incompreensibilidade, ele agora chegará à sensação benéfica da leveza e da atividade de uma capacidade de compreensão até então desconhecida, que o preenche com um novo calor e acende a luz na qual ele percebe claramente coisas das quais antes não tinha a menor ideia. Já que estamos reunidos aqui para uma celebração, e este é um festival teatral, não um banquete ou uma festa com bebidas, então, assim como a música e a palavra foram usadas para estimular o apetite durante os intervalos, desta vez, nos intervalos facilmente prolongados, todo refresco possível — como presumo — poderia ser apropriadamente empregado, no ar fresco da noite de verão, para promover o desenvolvimento intelectual.
Tendo assim delineado essencialmente a diferença característica entre a apresentação do festival que idealizo e as produções operísticas usuais nas grandes cidades, e tendo demonstrado brevemente as vantagens surpreendentes dos arranjos que propus para o sucesso extraordinário desta apresentação, permitirei-me, ainda assim, indicar os efeitos sobre o público em geral, e sobre a arte musical e teatral em particular, que inevitavelmente resultariam de tais apresentações.
Se descrevi, com isso, a diferença característica entre a apresentação em festival que idealizo e as produções operísticas comuns das grandes cidades, e se consegui demonstrar brevemente as vantagens surpreendentes dos arranjos que propus para o sucesso extraordinário dessa apresentação, então também sugerirei os efeitos sobre o público em geral, e sobre a arte musical e teatral em particular, que inevitavelmente resultariam de tais apresentações.
Se descrevi, portanto, as principais características da apresentação em festival que idealizo e as da arte musical-teatral, gostaria de destacar os efeitos sobre o público em geral, e sobre a arte musical-teatral em particular, que inevitavelmente resultariam de tais apresentações. Se "Fausto" busca, em última análise, estabelecer o "no princípio era o Verbo" do Evangelista como "no princípio era a Obra", então a solução válida para um problema artístico parece ser encontrada unicamente por meio desse caminho de ação. Não podemos superestimar o impacto de uma apresentação em festival nos moldes que descrevi, especialmente quando consideramos os efeitos de outras produções extraordinárias já vivenciadas. Eu mesmo já ouvi muitas vezes que, por exemplo, ouvir uma excelente apresentação do meu "Lohengrin" provocou uma completa mudança de gosto e inclinação em algumas pessoas. E é certo que o diretor da Ópera da Corte de Viena, com sua inclinação artística, que só com grande dificuldade viabilizou a apresentação desta ópera, sentiu-se encorajado pelo sucesso da mesma a apresentar obras mais sérias e substanciais do gênero operístico, que há muito haviam desaparecido diante do gosto efeminado do público, com perspectivas de êxito. – Mas se não quisermos nos perder, por ora, na avaliação desse efeito pretendido (que aqui atribuo unicamente à excelência e correção da apresentação), concentremo-nos, em vez disso, em apenas um aspecto: a natureza do humor e do julgamento, em relação às apresentações anteriormente habituais, entre os artistas que retornavam e o público que os acompanhava. Embora eu geralmente não tenda a ter expectativas muito altas quanto à duração de estados de espírito excepcionalmente entusiasmados, é razoável supor que nossos artistas não conseguiram retornar completamente aos seus hábitos anteriores, sobretudo se suas performances extraordinárias foram recebidas de maneira extraordinária, e se mantivermos a premissa de que selecionamos apenas talentos verdadeiramente ambiciosos que simplesmente careciam da prática e da orientação necessárias. Mas também devemos presumir que os diretores artísticos, e muitos artistas, de outros teatros alemães assistiram às apresentações do nosso festival por pura curiosidade: todos viram e ouviram com seus próprios olhos e ouvidos o que jamais poderia ser esclarecido por qualquer demonstração; receberam diretamente a impressão de uma apresentação cênica na qual música e ação poética, em cada mínimo detalhe, se tornaram um todo unificado. E foi precisamente a partir disso que experimentaram o efeito sobre o público, bem como sobre si mesmos. Essa experiência certamente não poderia permanecer totalmente inerte em seus trabalhos subsequentes. É provável que, em primeiro lugar, nos teatros mais bem equipados, se tentassem repetir, inicialmente partes e, eventualmente, a totalidade dessas apresentações: mesmo uma reprodução menos perfeita, com a compreensão adquirida a partir dessas grandes produções originais, se destacaria de forma extremamente favorável das apresentações habituais dos mesmos teatros. Mesmo a partir disso, poderiam surgir os primórdios de um estilo verdadeiramente alemão para a representação musical-dramática, do qual não restam vestígios atualmente.
Para fortalecer esses efeitos afortunados, embora inicialmente um tanto frágeis e, muitas vezes, talvez confusos e obscuros, e protegê-los de uma extinção gradual e completa, seria o meio mais seguro de encenar apresentações repetidas das grandes produções originais. Estas teriam que ser repetidas inicialmente a cada um, dois ou até três anos, dependendo das circunstâncias, e o ímpeto decisivo para isso seria a criação de uma nova obra original de estilo semelhante, ou uma geralmente considerada digna de uma apresentação tão distinta. Isso implicaria, portanto, um concurso para a melhor obra musical-dramática, e o prêmio consistiria em nada mais do que a indicação para a apresentação de destaque no festival. A forma da obra determinaria o padrão de cada apresentação: uma obra que pudesse ser apresentada em uma única noite, devido aos seus menores custos de produção, seria suficiente para festivais anuais, enquanto obras mais extensas, como a minha peça teatral para o festival, seriam reservadas para períodos menos frequentes. —
A nação alemã orgulha-se de tanta seriedade, profundidade e originalidade que, nesta área em que se colocou verdadeiramente na vanguarda da comunidade europeia, como na música e na poesia, parece necessário estabelecer uma instituição formal para determinar se merece, de fato, tal renome. Uma instituição como a que idealizo para o cultivo das performances exemplares mencionadas seria, por si só, perfeitamente adequada ao caráter alemão, que se divide facilmente em suas partes constituintes para experimentar periodicamente a alegria da reunificação como um sentimento de autoengrandecimento. Melhor do que instituições acadêmicas estéreis e totalmente alheias à cultura alemã, ela poderia coexistir facilmente com todas as estruturas existentes; nutrir-se-ia do melhor delas, refinando continuamente essas mesmas qualidades e forjando-as em um verdadeiro senso de autoestima.
Uma instituição como a que idealizo para o cultivo das performances exemplares mencionadas seria, por si só, perfeitamente adequada ao caráter alemão, que se divide facilmente em suas partes constituintes para, periodicamente, resgatar o prazer da reunificação como uma espécie de autoconsciência. Finalmente, teríamos a perspectiva de ver a expressão mais singular e bem-sucedida do espírito alemão produzida anualmente em uma nova obra — se possível — de um gênero específico que nos é essencial; e, por fim, chegaria o momento em que, ao menos em um ramo altamente significativo da arte, o alemão começaria a ser verdadeiramente nacional, tornando-se original — uma vantagem que, infelizmente, os italianos e franceses já possuem há muito tempo.
Vislumbro verdadeiramente um resultado tão significativo e bem-sucedido quando considero, antes de tudo, a obtenção de financiamento para uma primeira apresentação da presente "peça de festival teatral". Como possuo experiência e capacidade suficientes para levar o aspecto artístico de tal apresentação à concretização, a única questão restante seria a obtenção dos recursos materiais necessários.
Duas vias se apresentam para mim.
Uma associação de homens e mulheres ricos e amantes da arte, com o objetivo principal de arrecadar os fundos necessários para a estreia da minha obra. Considerando a mesquinhez que os alemães costumam demonstrar em tais assuntos, não tenho coragem de esperar sucesso em qualquer apelo feito sobre este tema.
Seria muito fácil, no entanto, para um príncipe alemão, que não precisaria alocar novos fundos do seu orçamento, mas simplesmente usar os que já destinou à manutenção da pior instituição pública de arte, a sua casa de ópera, que tão profundamente expõe e corrompe a sensibilidade musical dos alemães. Se os frequentadores noturnos do teatro em sua residência ainda desejassem o entretenimento de uma ópera moderna, o príncipe a quem me refiro lhes concederia esse entretenimento de bom grado, contanto que não fosse às suas próprias custas. Pois ele pode acreditar que até agora patrocinou tudo com sua generosidade voltada para a ópera, mas não a música nem o teatro, e sim a ópera, que ofende gravemente toda a sensibilidade alemã, tanto musical quanto dramática.
Depois de lhe ter mostrado, porém, a extraordinária influência que uma forma de arte que até então considerávamos degradante teria sobre a moralidade, e a criação de caráter inegavelmente alemão que lhe seria possível através dela, ele reservaria de seu orçamento anual apenas a quantia destinada à manutenção da ópera em sua residência e, se suficiente, a destinaria a apresentações anuais, ou, na falta destas, a festivais bienais ou trienais do gênero mencionado, estabelecendo assim uma base que teria uma influência incalculável sobre o gosto artístico alemão, sobre o desenvolvimento do gênio artístico alemão, sobre a formação de um verdadeiro espírito nacional despretensioso e que traria ao seu nome fama imperecível. –
Será que este príncipe será encontrado? –
“No princípio era a obra.”
Antecipando este evento, o autor sente-se compelido a começar pela “palavra” — e, de fato, pela própria palavra, sem tom, sem som, meramente a palavra produzida por tipos — resolvendo apresentar seu poema, tal como tal, a um público mais amplo. Se isso contradiz meu desejo anterior de apresentar apenas a obra completa, para a qual a música e a performance cênica são indispensáveis, então confesso prontamente que finalmente perdi a paciência e a expectativa. Não espero mais presenciar a apresentação da minha peça teatral; aliás, mal posso esperar encontrar o tempo livre e o desejo de concluir a composição musical. Assim, estou apresentando, na verdade, um mero poema dramático, um produto literário poético, ao público leitor. Mesmo que o público o note, provavelmente será difícil, pois não tem mercado real. A figura literária deixa de lado o "texto da ópera" porque diz respeito apenas ao músico; o músico, porque não entende como este libreto de ópera deve ser composto. O público, que tão prontamente me escolheu, exige o "texto".
Infelizmente, isso está além do meu controle!
Viena, abril de 1863.
Richard Wagner
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