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cartas wagner semper 1965

  Während Semper mit diesen Studien beschäftigt war, empfing er von Wagner die beiden nachfolgenden Briefe vom 12. Januar und vom 15. februar. München, 13. Dezember 1864. Briennerstraße 21. Lieber Semper! Der König von Bayern wünſcht, daß Du in ſeinem Auftrage in München ein großes Theater im edelsten Stile, zu dem besonderen Zwecke, den ich sofort andeuten will, bauen sollst. Mein junger Beſchüßer hegt tief den Glauben an die Wahrhaftigkeit meines Ideales in Betreff eines dramatischen Kunstwerkes, welches sich vom modernen Schauspiele wie von der Oper wesentlich und wichtig unterscheidet. Um verständliche Aufführungen in diesem Stile zu erzielen, will er mit mir vollständig von dem Versuche, dieselben in unser gewöhnliches Theaterrepertoir einzureihen, abſehen und beabsichtigt, das Ausnahmsweise solcher Aufführungen schon damit genau zu bezeichnen, daß sie nicht in dem täglich besuchten Operntheater, sondern in einem eigens für sie errichteten, nur zu dieſem Zwecke bestimmten beso...

Das Bühnenfestspielhaus zu Bayreuth 1873

Hochverehrte Frau! Als ich für die Patrone und Gönner meiner Unternehmung die nachfolgenden Berichte aufsetzte, fand ich mich veranlasst, einen einzigen der mir hilfreich gewordenen Freunde beim Namen zu nennen: es war der, den uns ein früher Tod entriss; die lebenden und thätig wirkenden schloss ich meinen Berichten nur durch die charakteristische Bezeichnung ihrer Theilnehmung am Werke selbst ein. Wenn ich nun Ihnen zu allernächst die Mittheilungen, welche andererseits gerade Ihnen so Wohlbekanntes nur enthalten, vorlege, so geschieht diess wiederum auf Antrieb des Wunsches, die lebendigste Theilnehmerin, deren unermüdlichem Eifer und Beistande meine grosse Unternehmung fast ausschliesslich ihre Förderung verdankt, laut bei dem Namen zu nennen, der von mir und jedem wahren Freunde meiner Kunst mit der innigen Verehrung genannt wird, in welcher ich für immer verharre als Ihr dankbar ergebener Diener Bayreuth, 1. Mai 1873. Richard Wagner. Prezada Senhora! Ao preparar os relatórios a se...

Bayreuther Blätter n. 1 (1878)

 Wiederholt bin ich vor meinen Freunden als Schriftsteller erschienen, noch nicht aber an der Spitze einer Zeitschrift. Gab zu dem Ersteren mir der Drang der Umstände die Veranlassung, so hat auch den letzteren Entschluss mehr der Zufall als ernstere Erwägung hervorgerufen: durch seine Ausführung soll vorläufig die Verbindung, welche die Freunde meiner Kunst zum Zwecke der Förderung der praktischen Tendenzen derselben vereinigt, in möglichst erspriesslicher Weise erhalten und sinnvoll befestigt werden. Ich kann, als den betreffenden Vereinen wohlbekannt, die letzte Veranlassung zur Herausgabe dieser „Bayreuther Blätter“ übergehen; wogegen ich auf meine Eröffnungen vom 15. September des verflossenen Jahres mich zu beziehen habe, um für jetzt zu bestätigen, dass von dem, dort in weit ausgedehntem Plane vorgelegten Entwurfe, nur die Herstellung eben dieser Blätter zunächst als ausführbar sich bewährt hat .

Vorwort zum Privatdruck der Dichtung „Der Ring des Nibelungen“ 1853

Wagner, Richard: Der Ring des Nibelungen. Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend, [Zürich]: Druck von E. Kiesling, [1853], darin: „Zu dem Zwecke einer vertrauten Mittheilung [...]“ [*Vorwort zum Privatdruck der Dichtung „Der Ring des Nibelungen“], S. [II]. |[Vorwort zum Privatdruck der Dichtung „Der Ring des Nibelungen“] Zu dem Zwecke einer vertrauten Mittheilung an Freunde, und solche, bei denen ich eine besondre Theilnahme an dem Gegenstande voraussetzen darf, liess ich von der vorliegenden Dichtung eine geringe Anzahl von Exemplaren durch Satz und Druck auf meine Kosten herstellen. Demnach erziele ich durch die Vertheilung derselben an Entfernte, diese zu Mitwissern eines Vorhabens zu machen, zu dessen Ausführung ich einer grösseren Reihe von Jahren, sowie der ausserordentlichsten Mithülfe besonders günstiger Umstände bedarf, da dieses Vorhaben, meiner Absicht, wie der Natur der Sache nach, erst dann verwirklicht sein kann, wenn mein hier mitgetheiltes Dichterwerk mus...

Wagner, Richard: Vorwort. [*Zur Herausgabe der Dichtung „Der Ring des Nibelungen“], 1863

Wagner, Richard: Vorwort. [*Zur Herausgabe der Dichtung „Der Ring des Nibelungen“], in: Der Ring des Nibelungen. Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend, Leipzig: J. J. Weber, 1863, S. V–XXIV. Vorwort.[Zur Herausgabe der Dichtung „Der Ring des Nibelungen“] Meinen näheren Freunden, denen ich schon vor nun bald zehn Jahren die vorliegende Dichtung mittheilte, blieb zugleich nicht unbekannt, welche Vorstellung ich mir von der Möglichkeit einer vollständigen musikalisch-dramatischen Aufführung derselben machte. Da ich sie noch fest halte, und ein wirkliches Gelingen des Unternehmens, sobald es durch ausreichende materielle Unterstützung in das Werk zu setzen wäre, zu bezweifeln noch nicht gelernt habe, sei mein Plan, mit der Veröffentlichung des Gedichtes, nun auch weiteren Kreisen mitgetheilt. – Es kam hierbei vor Allem mir darauf an, eine solche Aufführung als frei von den Einwirkungen des Repertoirganges unsrer stehenden |Theater mir zu denken. Demnach hatte ich eine der m...

Wagner, Richard: Ein Rückblick auf die Bühnenfestspiele des Jahres 1876,

Wagner, Richard: Ein Rückblick auf die Bühnenfestspiele des Jahres 1876, in: Bayreuther Blätter 1 (1878), 12. Stück (Dez.), S. 341–351. Wagner, Richard: Ein Rückblick auf die Bühnenfestspiele des Jahres 1876, in: Gesammelte Schriften und Dichtungen, Bd. 10, Leipzig: E. W. Fritzsch, 1883, S. 139–156. Wohl irre ich nicht, wenn ich annehme, dass den Freunden meines mit den Bayreuther Bühnenfestspielen kundgegebenen Gedankens eine nähere Mittheilung meiner persönlichen Ansicht über den Ausfall der nun vor zwei Jahren wirklich stattgefundenen ersten Aufführungen nicht unwillkommen sein dürfte. Bereits hatte ich zwar schon in der nächsten Zeit nach diesen Aufführungen zu einigen Ansprachen an die bisherigen Patrone derselben Veranlassung, als ich sie zur wirklichen Durchführung des von ihnen so weit geförderten Unternehmens durch Deckung des schliesslich sich herausstellenden Defizits aufforderte. Was ich bei solcher unerfreulichen Angelegenheit nur kurz aussprechen konnte, nämlich meine An...